Bergmann bringt den Erfolg nach San Jose zurück - 1500 für Chara

Mit Greiss: Islanders feiern zehnten Sieg in Serie

Thomas Greiss wird von Kapitän Anders Lee umarmt

Kuschelkurs: Die New York Islanders bedanken sich bei ihrem Torwart Thomas Greiss (l.). Getty Images

Die Islanders eilen unaufhaltsam von Sieg zu Sieg. Zehn gewonnene Spiele in Folge bedeuten die zweitlängste Siegesserie in der Franchise-Geschichte (15 zwischen dem 21. Januar und 20. Februar 1982). "Wenn ihr das nicht schreiben würdet, hätten wir keine Ahnung. Nach den Spielen feiern wir keine Partys", gab sich New Yorks Trainer Barry Trotz ganz bescheiden. "Wir denken wirklich von Spiel zu Spiel. Das ist das Gute an dieser Mannschaft, sie versteht, dass einen diese Liga Bescheidenheit lehrt. Wir respektieren unsere Gegner und wissen, dass wir für jeden bereit sein müssen."

Eben auch für die Senators. Das derzeit zweitschlechteste Team in der NHL ging in Unterzahl durch Jean-Gabriel Pageau mit 1:0 in Führung (8.). Die Antwort der Islanders aber hatte es in sich: Cal Clutterbuck (9.), Cole Bardreau (36., Penalty-Schuss, erster NHL-Treffer), Casey Cizikas (51., in Unterzahl) und nur 40 Sekunden später Josh Bailey (51.) sorgten für vier unbeantwortete Tore und einen 4:1-Heimsieg im Barclays Center. Einen großen Anteil daran hatte auch der deutsche Torwart Thomas Greiss, der 27 von 28 Schüssen stoppte (96,4 Prozent Fangquote) und in seinem siebten Start den sechsten Sieg feierte.

National Hockey League - Woche 6
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Sharks: Bergmann bringt den Erfolg zurück

Die San Jose Sharks befanden sich zuletzt im freien Fall und kassierten fünf Niederlagen in Folge. Das Trainerteam um Peter DeBoer reagierte und holte sowohl Verteidiger Radim Simek als auch den deutschen Stürmer Lean Bergmann vom Farmteam San Jose Barracuda zurück. Bergmann hatte in sechs AHL-Spielen acht Scorerpunkte (drei Tore, fünf Assists) gesammelt. Nun half der 21-Jährige mit, die Blutung bei den Sharks zu stoppen. Beim 4:2-Heimsieg gegen die Chicago Blackhawks setzte Bergmann drei Checks, blockte einen Schuss und kam auf 7:38 Minuten Eiszeit in der vierten Reihe neben Noah Gregor und Lukas Radil.

Nach einem torlosen ersten Drittel ging bei den Nord-Kaliforniern im zweiten Durchgang der Knoten auf: Patrick Marleau fälschte erfolgreich ab (22.) und Evander Kane traf schlitzohrig in Unterzahl (33.). Im dritten Abschnitt musste San Jose noch einmal zittern, obwohl Tomas Hertl den Vorsprung gar auf 3:0 ausgebaut hatte (45.): Brandon Saad (57.) und Duncan Keith (59.) brachten die Gäste aus Windy City wieder ganz nahe ran. Erst ein "Empty-Netter" vom Schweizer Timo Meier sorgte für die Erlösung und das Ende der Niederlagen-Serie.

Chara verliert im 1500. NHL-Spiel

Die Montreal Canadiens setzten sich mit 5:4 gegen die Boston Bruins durch und beendeten damit den Lauf des großen Rivalen, der zuvor sechs Siege in Serie eingefahren hatte. Dabei absolvierte Bruins-Verteidiger Zdeno Chara sein 1500. NHL-Spiel, was auch die Habs-Fans zu stehenden Ovationen verleitete. "Ich weiß das wirklich zu schätzen. Das hatte Klasse und ist etwas, an das ich mich defintiv erinnern werde", so Chara. Der 42-jährige Slowake ist nach Jaromir Jagr (1733 Partien) und Niklas Lidström (1564) erst der dritte nicht in Nordamerika geborene Spieler, der auf eine solch hohe Anzahl kommt. Auch ist er nur einer von drei Spielern, die mit über 1500 Einsätzen noch immer aktiv sind (wie die Sharks-Stürmer Patrick Marleau mit 1669 und Joe Thornton mit 1582 Spielen).

Drei-auf-Null: Blues mit kuriosem Overtime-Tor

Der amtierende Stanley-Cup-Champion St. Louis Blues freute sich über ein 2:1 n.V. bei den Vancouver Canucks - und über den kuriosen Siegtreffer in der Overtime. Weil sich zwei Canucks-Spieler gegenseitig über den Haufen fuhren und sich der dritte hinter dem gegnerischen Tor befand, liefen die Blues zu dritt frei aufs Tor. Brayden Schenn, Alex Pietrangelo und Jaden Schwartz bildeten ein Dreieck und spielten sich den Puck in dieser Reihenfolge zu, ehe Schwartz vollstreckte. "Drei-auf-Null-Situationen kannst du nicht wirklich trainieren", unkte der Siegtorschütze. "Du willst einfach nicht vorbeischießen, wenn du so viel Zeit hast. Die Entstehung war ziemlich verrückt. Ich wusste, dass der Goalie nicht wusste, was er tun soll, weil da so viele von uns waren. Ich war dann zur rechten Zeit am rechten Ort."

Niederlagen für Grubauer, Holzer und Sturm

Der deutsche Torwart Philipp Grubauer (34 Saves, 89,5 Prozent Fangquote) verlor mit den Colorado Avalanche bei den Dallas Stars. Verteidiger Korbinian Holzer musste sich mit den Anaheim Ducks bei den Minnesota Wild mit 2:4 geschlagen geben. Der Münchner kam auf 15:25 Minuten Eiszeit (davon 0:42 in Unterzahl), drei Hits, zwei geblockte Schüsse und eine positive Plus-Minus-Bilanz (+1). Einen Sieg gab es für Tobias Rieder: Der Stürmer setzte sich mit den Calgary Flames mit 4:3 n.V. gegen die Arizona Coyotes durch und gab bei 8:36 Minuten Eiszeit (davon 2:49 in Unterzahl) drei Schüsse ab. Marco Sturm, Co-Trainer der Los Angeles Kings, ging beim Gastspiel bei den Toronto Maple Leafs mit seinem Team leer aus.

NHL-Ergebnisse vom Dienstag, dem 5. November 2019:

Montreal Canadiens - Boston Bruins 5:4
New York Islanders - Ottawa Senators 4:1
Philadelphia Flyers - Carolina Hurricanes 4:1
Columbus Blue Jackets - Vegas Golden Knights 1:2
Toronto Maple Leafs - Los Angeles Kings 3:1
Winnipeg Jets - New Jersey Devils 1:2
Dallas Stars - Colorado Avalanche 4:1
Calgary Flames - Arizona Coyotes 4:3 n.V.
Vancouver Canucks - St. Louis Blues 1:2 n.V.
Anaheim Ducks - Minnesota Wild 2:4
San Jose Sharks - Chicago Blackhawks 4:2

Christian Rupp