Wird Flekken wieder von Schwolow verdrängt?

Streich "blickt bei den Torhütern nicht so durch"

Freiburgs Keeper Mark Flekken

Will seinen Posten nicht freiwillig räumen: Freiburgs Keeper Mark Flekken. imago images

Die Freiburger Trainingsgruppe war zum Auftakt der Arbeitswoche vor dem Frankfurt-Spiel entzweit. Während vor allem zuletzt weniger eingesetzte Akteure, ergänzt mit einigen Nachwuchskräften, draußen übten, absolvierten die meisten Stammkräfte aus Gründen der Belastungssteuerung ein Programm in den Funktionsräumen des Schwarzwald-Stadions. An der frischen Luft drehten Amir Abrashi (nach Muskelblessur) und Nicolas Höfler (Gehirnerschütterung) Laufrunden um den Platz.

Luca Waldschmidt, der sich wie Höfler im Spiel gegen Leipzig vor zehn Tagen verletzt hatte, war am Dienstag nicht in Freiburg. Der Nationalspieler weilte zum Check und zur Behandlung seiner Mittelfußverletzung in München. Ob der Angreifer gegen seinen Ex-Klub Frankfurt wieder mitwirken kann, ist offen. Wie die Frage, wer gegen die Eintracht das Freiburger Tor hüten wird.

Ich werde das Tor nicht freiwillig räumen, das ist eine Entscheidung für den Trainer.

Mark Flekken

In den vergangenen drei Pflichtspielen stand Flekken, im Sommer 2018 als Nummer 2 aus Duisburg verpflichtet, zwischen den Pfosten und hinterließ vor allem beim 2:2 in Bremen einen hervorragenden Eindruck, erntete hinterher viel Lob von Mitspielern und auch Trainer Streich. Schon nach seinem Saisondebüt beim Sieg gegen Leipzig hatte der selbstbewusste 1,95-Meter-Mann erklärt: "Ich werde das Tor nicht freiwillig räumen, das ist eine Entscheidung für den Trainer."

"Kronenberg ist der entscheidende Mann"

Und was meint der Trainer? Er wisse noch nicht, wer gegen Frankfurt im Tor stehe, sagte Streich am Samstagabend in Bremen und delegierte die Hauptverantwortung in dieser Personalfrage an seinen Torwarttrainer: "Andreas Kronenberg ist der entscheidende Mann."

Streich will sich nicht vor der Verantwortung drücken, am Ende habe er im Zweifel schon das letzte Wort, aber dem 54-Jährigen geht es um Kompetenz. "Ich blicke bei den Torhütern nicht so durch", verriet er erfrischend offen und findet, dass er damit nicht alleine dasteht im Fußballkosmos: "Viele meinen, sie blicken durch, aber das tun sie nicht, diese Feldspieler-Trainer und andere Leute. Das ist eine spezielle Geschichte."

Schon seit Sommer 2011, ein halbes Jahr, bevor Streich Cheftrainer wurde, zeichnet der Schweizer Kronenberg für die Profi-Torhüter beim Sport-Club verantwortlich. "Der Krone macht es mit den Jungs so gut, deshalb werden sie auch immer besser. Erst wird mit Krone gesprochen und dann komme ich", sagt Streich zur aktuellen Torhüter-Frage. Er verdeutlichte aber, dass dies nicht bedeute, es gebe nun einen offenen Konkurrenzkampf.

Schwolows Fitnesszustand entscheidet wohl

Letztlich wird wohl Schwolows Fitnesszustand entscheiden. Der 27-Jährige hatte sich am 19. Oktober, beim Ligaspiel bei Union Berlin (0:2) früh einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen. Der SC hatte zwei Tage danach von einer Ausfallzeit von "voraussichtlich mindestens drei Wochen" gesprochen. Diese Marke wäre am kommenden Wochenende erreicht. Am Dienstag gehörte Schwolow zur Gruppe, die interne Übungen absolvierte. Die Frage lautet nun also: Schafft es der Stammkeeper, der seit dem Abstieg 2015 als Nummer eins gesetzt ist, noch vor der anstehenden Länderspielperiode zurück auf den Platz oder soll er noch die beiden Trainingswochen danach nutzen, um wieder in Wettkampfform zu kommen. Vor allem auf Kronenbergs Einschätzung wird es ankommen. Eine generelle Änderung der Rangfolge wäre allerdings eine große Überraschung - trotz Flekkens starker Leistungen.

Carsten Schröter-Lorenz

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