Ein Kommentar von kicker-Redakteur Frank Linkesch

Canadis Aus ist folgerichtig, der Alleinschuldige ist er nicht

Damir Canadi ist nicht mehr Trainer des 1. FC Nürnberg

Seine Zeit in Nürnberg ist vorbei: Damir Canadi. imago images

Damir Canadi ist weg, ohne als Trainer beim 1. FC Nürnberg jemals richtig angekommen zu sein. Mit dem 1:3 beim VfL Bochum endete die Geduld der Verantwortlichen um Sportvorstand Robert Palikuca mit dem Österreicher. Rang elf mit nur 14 Punkten aus zwölf Spielen, dafür aber schon 22 Gegentoren sind eine dürftige Zwischenbilanz, von einer positiven Entwicklung konnte angesichts von nur einem Sieg aus den vergangenen neun Pflichtspielen seit Wochen keine Rede mehr sein. Die wirklich guten Leistungen unter Canadi lassen sich locker an einer Hand abzählen, von attraktivem Offensivfußball fanden sich höchstens Spurenelemente. Ein Trainer muss nicht zwingend beliebt sein, im Misserfolgsfall aber wendet sich eine Mannschaft so noch schneller von ihrem Chef ab. Und die Chemie zwischen diesem Trainer und einem Großteil des Teams stimmte nie so richtig. Insofern ist seine Freistellung folgerichtig.

Defensivpersonal ist nur Mittelmaß

Canadi allein die Schuld in die Schuhe zu schieben wäre allerdings zu billig. Schon im Wintertransferfenster muss Palikuca beim Blick auf seinen Kader auf einigen Positionen die Qualitätsfrage stellen. Vor allem das Personal in der Defensive verkörpert Zweitliga-Mittelmaß, mehr nicht. Die im modernen Fußball so wichtige Qualität des gepflegten Spielaufbaus beherrscht aus der hintersten Reihe fast niemand. Etliche Leistungsträger vergangener Jahre hinken zudem seit Monaten Form und Anspruch hinterher, Kapitän Hanno Behrens, Enrico Valentini und Georg Margreitter seien exemplarisch genannt.

Der Club muss in dieser Saison nicht aufsteigen. Was er jedoch dringend benötigt, ist eine gewisse Aufbruchstimmung. Dass etwa Jahn Regensburg oder der ungeliebte Nachbar Greuther Fürth mit wesentlich geringeren Möglichkeiten in der Tabelle vor dem Club liegen, schmerzt die Fans und muss die Verantwortlichen sehr nachdenklich stimmen.

Beim nächsten Trainer sollte Palikuca richtig liegen

Palikuca hat in seiner ersten Transferperiode einige gute Transfers getätigt: Johannes Geis, Robin Hack, Michael Frey, auch der zuletzt schwächere Nikola Dovedan. Damit ist der Umbau längst nicht abgeschlossen. Mit seiner ersten Trainerwahl lag der Sportvorstand allerdings daneben. Diesen einen Fehlgriff sollte man ihm zugestehen. Allerdings muss der nächste Mann auf der Bank nun aber der richtige sein.

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