Magdeburg: Taktik-Kniff zeigt Wirkung

Krämer über Chahed: "In dieser Rolle sehr wertvoll"

Tarek Chahed (links) im Zweikampf gegen Halles Niklas Kastendorfer (rechts),

Überzeugte gegen Halle auf einer ungewohnten Position: Tarek Chahed (links). imago images

Der Magdeburg-Coach überraschte im Spiel gegen den Halleschen FC. Nicht mit einem neuen Akteur in der Startelf, sondern mit einer taktischen Umstellung. Denn der in dieser Saison bereits als Rechtsverteidiger und Rechtsaußen aufgestellte Tarek Chahed begann im Derby als zweiter Angreifer neben Kapitän Christian Beck und enttäuschte nicht (kicker-Note 3).

Der Trainer erklärte diesen Kniff wie folgt: "Wir haben im Training gesehen, dass er den Innenverteidigern mit seinen schnellen Läufen total auf die Nerven gehen kann. Das hat uns gut gefallen", so Krämer: Und deshalb begann der 23-Jährige letztlich auch die Partie am Wochenende als Stürmer. In das "sehr intensive" Spiel sei seine Mannschaft auch dank dieser Überlegung "gut reingekommen", denn Chahed war "in dieser Rolle sehr wertvoll". Bei seiner Mannschaft habe dem Trainer generell gefallen, dass "nach dem Führungstreffer nicht verwaltet, sondern weiter nach vorne gespielt" wurde.

Ebenso zufrieden war Krämer über die neue Effektivität des Teams - und über die Mischung, "hinten sicher zu stehen und trotzdem den Zuschauern attraktiven Fußball zu bieten", die ihm sogar "sehr gut gefallen" habe, denn: "Der Aufwand, den wir betrieben haben", sei "im Verhältnis zum Ertrag" sowohl gegen Viktoria Köln (1:1), als auch gegen Hansa Rostock (0:1) zu groß gewesen. Dieser habe bei beiden Partien schlicht "nicht gepasst". Auch deshalb habe man gesehen, dass alle "total fokussiert" waren, und dass es "nichts anderes für sie gab, als dieses Spiel zu gewinnen", sagte er gegenüber dem vereinseigenen TV-Sender.

Krämer drückt auf die Euphoriebremse

Insgesamt wollte der 52-Jährige dem Sieg aber nicht zu viel Bedeutung geben: "Wir haben ein Spiel gewonnen und darüber freuen wir uns. Das entlässt uns aber nicht aus der Verantwortung, jetzt genauso beharrlich, genauso fleißig und mit der absoluten Überzeugung weiterzuarbeiten - so wie wir es in den vergangenen Wochen gemacht haben" zitierte ihn "volksstimme.de".

Denn noch sei längst "nicht alles gut". Schließlich habe man nur ein Spiel gewonnen - und hintenraus sei man ein bisschen reingedrückt worden". Das sei aber nicht ganz so schlimm, immerhin habe man gegen den Tabellenführer gespielt. Dennoch betonte er: "Wir müssen dranbleiben und weitermachen - und nicht meinen, das geht mit einem Schritt weniger - das geht nämlich nicht." Euphorie wird in Magdeburg also noch klein geschrieben.

kon