Ankündigung geht nach hinten los

Kein Preisgeld - ePremier League in der Kritik

Das Finalevent der ePremier League findet im März statt

Das Finalevent der ePremier League findet im März statt. Gfinity

Eigentlich war es ein harmloser Trailer für die zweite Saison der ePremier League. Die Rahmenbedingungen des Wettbewerbs erzürnten jedoch. Kommentare wie "Bezahlt Eure Spieler", ein sarkastisches "Wie hoch ist der Preispool" oder ein höhnisches "Es ist nur die Premier League, ein kleines Indie-Unternehmen" gab es vielfach unter der Meldung in Sozialen Netzwerken zu lesen - nicht von irgendwem, bekannte Kommentatoren wie Paul 'Redeye' Chaloner, Joe Miller oder eSport-Berater Rod 'Slasher' Breslau drückten ihren Unmut aus. Auch der ehemaliger Weltmeister Spencer 'Gorilla' Ealing meldete sich zu Wort. "Und angeblich soll es vorangehen…", schrieb der Engländer auf Twitter.

Grund für die Aufregung ist, dass die ePremier League kein Preisgeld ausschüttet. Hinzu kommt: Spieler erhalten keinen Vertrag bei den Vereinen, für die sie antreten. Gehalt gibt es demnach auch nicht. Die logische Folge wäre, dass Profis den Wettbewerb ignorieren. Dazu wird es aber wahrscheinlich nicht kommen, wie der ehemalige Team-Manager von Hashtag United und North, Georges Hughes, anmerkt. Auf die Ranglistenpunkte für die Global Series will nämlich keiner verzichten. Zudem ist es für viele Spieler eine Ehre, einen Premier-League-Klub zu vertreten und steigert zudem die eigene Bekanntheit. Davon lässt sich der Lebensunterhalt als Profi aber nicht bestreiten.

Der Ärger ist gerade deshalb so groß, weil es schon in der ersten Saison kein Preisgeld gab, dieser Fakt von vielen Spielern bemängelt wurde, sich seitdem jedoch nichts getan hat.

ePremier League hinkt hinterher

Im europäischen Vergleich ist die ePremier League ohne Preisgeld ein Sonderfall: In der Virtual Bundesliga gab es vergangene Saison beispielsweise 50.000 Euro zu holen. In Frankreich 70.000 Euro, in Spanien 83.000 Euro, in Dänemark fast 49.000 Euro und die eDivisie setzt dem allen kommende Saison die Krone auf mit 100.000 Euro Preisgeld.

Christian Mittweg