Bei Uerdingens Angreifer lagen gegen Duisburg am Ende die Nerven blank

Osawes bezeichnende Mittelfinger-Geste

Belebte das Uerdinger Offensivspiel, hatte aber seine Nerven nicht im Griff: Osayamen Osawe.

Belebte das Uerdinger Offensivspiel, hatte aber seine Nerven nicht im Griff: Osayamen Osawe. imago images

Nach zuletzt zehn Punkten aus vier Partien (3/1/0) ging der KFC mit einer breiten Brust in die Partie. In den ersten 20 Minuten agierten die Krefelder galliger als die Heimmannschaft und näherten sich dem Tor immer wieder gefährlich an. "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen", sagte Teamchef Stefan Reisinger zu "Magenta Sport". "Die ersten 20, 30 Minuten haben wir wirklich einen guten Eindruck hinterlassen."

Osawe im Mittelpunkt

Der Duisburger Führungstreffer sei dann "aus dem Nichts" gefallen. "Da sind sie halt vorne eiskalt", so Reisinger, der im gleichen Zug den Vergleich zu seiner eigenen Mannschaft zog: "Diese Abgezocktheit, diese Abschlussqualität haben wir heute vermissen lassen." Und damit spricht Reisinger das Hauptproblem der Uerdinger an. Mit nur 15 selbst erzielten Treffern stellen die Krefelder die zweitschlechteste Offensive der Liga, Duisburg mit 31 Toren die beste.

Auch die Maßnahmen, die in der zweiten Hälfte das 0:2 umbiegen sollten, fruchteten nicht. "Wir haben nochmal alles versucht, auch offensiv alles, was wir draufhatten, zu bringen", kommentierte Reisinger. Coach Daniel Steuernagel brachte kurz nach Wiederanpfiff etwa Osayamen Osawe und Franck Evina in die Partie. Fortan war deutlich mehr Tempo in den Angriffen. Vor allem Osawe, der gleich mehrere Angriffe initiierte, sorgte für neuen Schwung.

Und für Unmut. Weil Osawe in der 86. Minute nach Balleroberung in der eigenen Hälfte und Dribbling über den halben Platz einen Pass ins Zentrum nicht an den Mann brachte, explodierte Mitspieler Manuel Konrad. Der zentrale Mittelfeldspieler hatte sich ein Zuspiel in den Rückraum gewünscht und gestikulierte vorwurfsvoll mit den Armen. Osawe schaute sich die Reaktion einige Sekunden an und streckte Konrad mit geneigtem Kopf und ausdrucksloser Mine den Mittelfinger entgegen.

Effenberg sieht die Szene von der Tribüne

Ähnlich wie Stefan Effenberg vor 25 Jahren bei der WM in den USA - nur nicht gegen die eigenen Fans, sondern einen Mitspieler. Pikant: Ausgerechnet Effenberg ist seit genau einem Monat Team-Manager der Uerdinger. Nach zwei Siegen erlebte "der Tiger" auf der Tribüne die erste Niederlage seit Amtsantritt.

mxb