Nach skandalösen Vorfällen rund um das Berliner Derby

Klubchef Zingler kritisiert Union- und Hertha-Fans

Union-Präsident Dirk Zingler findet deutliche Worte zum Verhalten der Union- und Hertha-Fans am Rande des Berliner Derbys.

Union-Präsident Dirk Zingler findet deutliche Worte zum Verhalten der Union- und Hertha-Fans am Rande des Berliner Derbys. imago images

Zingler: "Waren auf einen solchen Angriff aus den eigenen Reihen nicht vorbereitet"

Zingler wandte sich in einem Schreiben, über das zuerst die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und der Union-Blog "Textilvergehen" berichtet hatten, an die 32.374 Mitglieder des 1. FC Union. Weil Fans der Köpenicker am Samstag vor dem ersten Bundesliga-Derby zwischen den Eisernen und Hertha BSC Einlasskontrollen überlaufen hatten und unkontrolliert ins Stadion gelangt waren, schrieb Zingler: "Der unkontrollierte Zugang zum Stadion und das rücksichtslose Vorgehen der Gruppe auf Kosten zahlreicher anderer Union-Fans sind klare Verletzungen unserer Regeln und unseres Verständnisses davon, wie wir in unserem Stadion miteinander umgehen wollen. Organisatorisch waren wir auf einen solchen Angriff aus den eigenen Reihen nicht vorbereitet, denn er ist bislang noch nie vorgekommen. Nach Auswertung der Kamerabilder und nach Rücksprache mit dem Ordnungsdienst werden wir hier kurzfristig organisatorische Verbesserungen herbeiführen."

Zingler sprach zudem von einem "weiteren Regelbruch", weil nach Spielende etwa 15 Fans aus dem Heimbereich auf das Spielfeld gestürmt waren, die unter anderem von Profis, insbesondere Torwart Rafal Gikiewicz, aufgehalten worden waren. Auf diese Situation sei man "nicht gut genug vorbereitet" gewesen, räumte Zingler ein. Dass während der Partie auch im Heimbereich auf der Waldseite massiv Pyrotechnik abgebrannt worden sei, verurteilte der Klubboss des Bundesliga-Aufsteigers hingegen eher halbherzig. Das Abbrennen sei nicht gestattet, könne Menschen gefährden und bleibe ein Regelverstoß, schrieb Zingler zwar einerseits, andererseits habe dieses Fehlverhalten aber "zu keiner Zeit eine Gefahr für die Austragung des Spiels dargestellt".

Dieses kriminelle und asoziale Verhalten gefährdete die Fortsetzung des Spiels und ist absolut inakzeptabel.

Union-Präsident Dirk Zingler über das Verhalten von einigen Anhängern Herthas im Berliner Derby.

Zingler kündigte an, dass man sich genau anschauen werde, "welche Entscheidungen am Sonnabend getroffen wurden und welche Veränderungen und Verbesserungen wir vornehmen können", und appellierte zugleich an "jeden Einzelnen von uns. Nur gemeinsam kann es uns gelingen, den Traum von unserem Stadionerlebnis zu erhalten. Dazu gehört auch, sich verantwortlich zu fühlen für das, was in unserem Stadion passiert."

Zingler kritisiert Hertha Fans hart

Schließlich fand der 55-Jährige noch einige - deutliche - Worte für das Auftreten der 2400 Gäste-Fans, die er scharf kritisierte. "Die unaufhörlichen Angriffe mit Leuchtraketen aus dem Gästeblock auf unsere Zuschauer, Spieler und Mitarbeiter, die für Angst und Schrecken bei vielen Menschen auf den Rängen gesorgt haben, möchte ich nicht unerwähnt lassen. Dieses kriminelle und asoziale Verhalten gefährdete die Fortsetzung des Spiels und ist absolut inakzeptabel", schrieb Zingler.

Jan Reinold

Bilder zur Partie 1. FC Union Berlin - Hertha BSC