Nürnberg seit fünf Pflichtspielen ohne Erfolgserlebnis

Club weiter im Sinkflug - Canadi nennt das Wegducken "desolat"

Damir Canadi

Die Trendwende lässt auf sich warten: Nürnbergs Trainer Damir Canadi. imago images

Die Nürnberger lieferten trotz angespannter Personalsituation in Bochum vor allem im ersten Abschnitt eine Leistung ab, die in Sachen Zweikampfführung und Laufbereitschaft extrem zu wünschen übrigließ. Zur Pause lag der Club mit 0:3 zurück. Zu Beginn des zweiten Abschnitts brachte Trainer Damir Canadi zwei frische Offensivkräfte und belebte damit das Spiel seiner Mannschaft neu - mehr als der Anschlusstreffer zum 1:3 durch Abwehrspieler Asger Sörensen sprang aber nicht heraus.

Nach dem Schlusspfiff mussten sich die Nürnberger Spieler zunächst den Unmut der mitgereisten Fans anhören, danach war zu sehen, wie sich Sportvorstand Robert Palikuca lange Zeit mit Kapitän Hanno Behrens unter vier Augen besprach und dabei sinnbildlich im Regen stand.

Kurz darauf war zu vernehmen, dass Palikuca keine Interviews direkt nach dem Schlusspfiff geben wollte. Auch Canadi ging nach Abpfiff direkt in die Katakomben und war zunächst zu keiner Stellungnahme bereit.

Speziell in der ersten Halbzeit haben wir uns große individuelle Fehler geleistet.

Damir Canadi

Der 49-jährige Coach sprach erst auf der Pressekonferenz und ärgerte sich vor allem über das Defensivverhalten bei den Gegentoren. "Speziell in der ersten Halbzeit haben wir uns große individuelle Fehler geleistet. Wir verlieren vor dem ersten Gegentor den Zweikampf. Beim 0:2 war es desolat, wie sich zwei Mann in der Mauer wegducken (Dovedan, Hack, Anm. d. Red.). Da nehme ich unseren jungen Torhüter Willert ausdrücklich in Schutz", so Canadi, der das Gesamturteil als "nicht zufriedenstellend" bezeichnete und anfügte: "Dafür bin ich verantwortlich."

Geknickter Kapitän: FCN-Spielführer Hanno Behrens.

Geknickter Kapitän: FCN-Spielführer Hanno Behrens. imago images

Für den Coach könnte die Luft angesichts der negativen Entwicklung dünner werden. Canadi stieg im Sommer am Valznerweiher ein und musste zuletzt mit seiner Mannschaft eine Durststrecke von fünf Pflichtspielen ohne Sieg hinnehmen. Das letzte Erfolgserlebnis erlebten die Franken beim 4:0 am 8. Spieltag bei Hannover 96. Bisher schaffte Canadi es nicht, dem Club-Team in der Defensive eine gewisse Stabilität einzuimpfen. Auch in Sachen Konstanz vermochte es Canadi nicht, seine Mannschaft in einen gewissen Lauf zu bringen - zwei aufeinanderfolgende Siege sucht man in der bisherigen Bilanz des FCN vergebens.

Erst Bielefeld, dann das Derby in Fürth

Auf den Club wartet am kommenden Sonntag der Tabellenzweite Arminia Bielefeld. Nach der Länderspielpause steigt dann das für den derzeitigen Tabellenelften prestigeträchtige Derby bei der derzeit um vier Punkte besser platzierten SpVgg Greuther Fürth (5.).

Nach Auskunft Canadis werden er sich und Sportvorstand Palikuca am morgigen Dienstag "zusammensetzen und die gesamte Situation besprechen, das ist auch für mich wichtig".

bst

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