Bochums Torwart ergreift Partei für seinen Nürnberger Kollegen

Nach Schmähgesängen: Riemanns beachtliche Geste

Aufmunternde Worte: Bochums Torwart Manuel Riemann (re.) tröstet FCN-Keeper Benedikt Willert.

Aufmunternde Worte: Bochums Torwart Manuel Riemann (re.) tröstet FCN-Keeper Benedikt Willert. imago images

Danny Blum trat den Ball vom linken Flügel vor das Nürnberger Tor, es war ein scharfer Freistoß, eine tückische Hereingabe für einen Torwart. FCN-Keeper Benedikt Willert wollte die Kugel fangen, ließ sie aber wegspringen. So konnte Bochums Abwehrspieler Simon Lorenz im Fünfmeterraum abstauben - das 2:0 für den VfL.

Zehn Minuten zuvor hatte Willert noch ein Eins-gegen-eins-Duell mit Chung-Yong Lee für sich entschieden, nun griff er folgenschwer daneben. Das veranlasste die Bochumer Fans in der Halbzeitpause zu Schmähgesängen in Richtung Willert. Daraufhin ging VfL-Torwart Manuel Riemann auf die eigenen Fans zu und ermahnte sie, die Gesänge einzustellen.

"Ich fand es einfach nicht angebracht, den gegnerischen Torwart runterzumachen, weil er das nicht verdient hat", sagte Riemann nach dem Spiel am Sky-Mikrofon. Der 31-Jährige bezeichnete Willerts Missgeschick als "übertrieben unglücklich", gab aber auch zu bedenken: "Mir ist es heute genauso in der fünften Minute passiert. Ich habe dann aber das Quäntchen Glück gehabt, dass es nicht bestraft wurde." Denn Nürnbergs Angreifer Michael Frey brachte den Ball nicht im Bochumer Tor unter.

Ohnehin habe Willert bei seinem Debüt "ein richtig gutes Spiel gemacht", fand Riemann. Auch Nürnbergs Kapitän Hanno Behrens schützte den 18-Jährigen, der eigentlich im Nachwuchs der Franken spielt, nun aber unverhofft zu seiner Premiere kam, weil vier Torhüter ausfielen. "Ich mache da keinen Vorwurf an den Torwart", sagte Behrens, "in solchen Szenen müssen wir ihm besser helfen."

lei

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