Zenit-Stürmer glänzt mit starker Quote

"Klitschkos Bruder": St. Petersburgs Dzyuba will Leipzig das Fürchten lehren

Artyom Dzyuba

Artyom Dzyuba feierte vergangene Saison mit Zenit St. Petersburg die Meisterschaft. imago images

Ein Tor erzielte er diesmal nicht, aber trotzdem stand Dzyuba am vergangenen Wochenende bei St. Petersburgs 1:1 gegen ZSKA Moskau für einen kurzen Moment mal wieder im Fokus. Der Angreifer ließ sich aus dem Sturmzentrum heraus in den rechten Halbraum fallen, wurde an der Strafraumkante angespielt und behauptete den Ball trotz Doppelbewachung. Sein Querpass in den Strafraum fand Aleksandr Erokhin, der leichtes Spiel hatte und relativ mühelos zum Ausgleich traf. "Heute habe ich nicht getroffen, aber ich bin immerhin froh, dass ich eine Vorlage geben konnte", ordnete Dzyuba seine Leistung nach dem Spiel ganz bescheiden ein - dabei hat der 1,96-Meter-Hüne momentan allen Grund, selbstbewusst aufzutreten.

Denn mit neun Toren und neun Assists in 15 Spielen ist der gebürtige Moskauer das Maß aller Dinge in der russischen Eliteliga. Schon vergangene Saison hatte er mit acht Toren und zwölf Assists großen Anteil daran, dass Zenit nach vier Jahren wieder die Meisterschaft holte und sich damit zugleich für die Champions League qualifizierte.

Dzyuba ist jetzt ein Hoffnungsträger - auch als Kapitän der Nationalmannschaft

Nebenbei wurde Dzyuba auch noch zum neuen Hoffnungsträger des russischen Fußballs - obwohl er im vergangenen August seinen 31. Geburtstag feierte. Der Stürmer wird in TV-Shows eingeladen und sammelt Sympathien als smarter Talkgast, er ist neuer Kapitän der Nationalmannschaft und gilt als eine Art Aushängeschild der Premier Liga, in der er für St. Petersburg, Spartak Moskau, Rostov Tomsk und Tula spielte - und nie ins Ausland ging. Inzwischen weist der bullige Angreifer über 320 Erstligaeinsätze in Russland vor, an 160 Toren war er dabei beteiligt.

Angesichts dieser Bilanz umso erstaunlicher, dass Dzyubas Karriere vor zwei Jahren einen ordentlichen Knick bekommen hatte. Unter dem damaligen Zenit-Trainer Roberto Mancini, der inzwischen die italienische Nationalmannschaft betreut, wurde der Stürmer nicht glücklich. Er ließ sich ins rund 200 Kilometer südlich von Moskau gelegene Tula verleihen (zehn Spiele, sechs Tore, drei Vorlagen) und kehrte mit gesteigertem Selbstbewusstsein zurück - auch weil der Stürmer von Russlands Nationalcoach Stanislav Cherchesov für die Heim-WM berufen worden war und er das Vertrauen als Stammspieler mit drei Toren und zwei Vorlagen zurückgezahlt hatte. Cherchesov ernannte ihn schließlich zum Nachfolger von Kapitän und Torwart-Urgestein Igor Akinfeev.

Im Hinspiel gegen Leipzig traf Dzyuba nicht - verschaffte sich trotzdem Respekt

Mit St. Petersburg und Mancini-Nachfolger Sergey Semak rangiert Dzyuba inzwischen wieder an der Tabellenspitze der Premier Liga - und nur allzu gerne würde er mit Zenit wie 2016 das Achtelfinale in der Königsklasse erreichen. Und klar ruhen die Hoffnungen auf dem Stürmer. Im Hinspiel gegen Leipzig blieb er zwar ohne Tor, Respekt verschaffte er sich trotzdem. "Ich wusste gar nicht, dass die Klitschkos noch einen Bruder haben", sagte Leipzigs Innenverteidiger Willi Orban, der das Rückspiel verletzungsbedingt verpassen wird.

Auch seine Mitspieler wissen die Qualitäten des Stürmers einzuschätzen. "Dzyuba ist aktuell einfach sehr gut drauf", betont Erokhin, "aber er ist natürlich nicht allein. Nur wenn auch die anderen im Team stark sind, werden wir gute Ergebnisse erzielen." Das 1:1 gegen ZSKA Moskau war der beste Beweis.

pau

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