Freiburgs Umgang mit der Überraschungsrolle und Zielen

Günter: "Diesen Reflex haben wir einfach drin"

Christian Günter

Christian Günter (26) absolvierte über 230 Pflichtspiele für den SC Freiburg. Getty Images

Die lautet beim SC Jahr für Jahr: Klassenerhalt. Drei Mannschaften hinter sich zu lassen, um den Verbleib in der deutschen Eliteklasse zu sichern, darum geht es vorrangig bei den Breisgauern. "In Freiburg schaut man immer nur nach unten in der Tabelle. Diesen Reflex haben wir einfach drin", sagt Christian Günter. Der Linksverteidiger muss es wissen, trägt er doch schon seit Sommer 2007 ununterbrochen das Sport-Club-Trikot.

"Entscheidend, ist, dass wir Stabilität haben"

Auch trotz der aktuell anhaltenden Erfolgsserie in der Liga, die Freiburg nach zehn Spielen mit 18 Punkten Platz fünf zuweist, schaut auch Trainer Streich am Spieltag nur danach, "wie viele Mannschaften hinter uns stehen und ob diejenigen, die bisher wenig Punkte hatten, welche dazu bekommen haben oder nicht".

Von der Platzierung im oberen Tabellendrittel lasse sich der 54-Jährige nicht blenden. "Entscheidend, ist, dass wir Stabilität haben, da tut uns der Punkt in Bremen gut. Wir wissen, wo wir hingehören und wenn wir gerade mal dort stehen, ist es mal so, dann freuen wir uns", ordnet Streich die Lage nüchtern ein.

"Wir zeigen immer eine gute Moral"

Spätestens nach den guten Ergebnissen gegen Dortmund (2:2), Leipzig (2:1) und bei den ambitionierten Bremern (2:2) dürfte aber klar sein, dass die Freiburger Punktausbeute nicht nur auf das Startprogramm zurückzuführen ist, dass Partien gegen die Teams bereithielt, die aktuell die sechs Tabellenplätze 13 bis 18 belegen. Allzu überraschend sollten die Auftritte des Streichs-Teams inzwischen also nicht mehr sein - für die Gegner, wie für Beobachter. Günter möchte jedoch gerne "so lange wie möglich die Überraschungsmannschaft bleiben", die laut dem Linksfüßer auf der linken Außenbahn folgende Komponenten auf den Platz bringt: "Wir zeigen immer eine gute Moral, sind aggressiv in den Zweikämpfen, spielen guten Fußball, sind einfach schwer zu bespielen. Wenn wir weiterhin eklig sind, können wir noch mehr Punkte holen."

Sollte das regelmäßige Punktesammeln anhalten, wäre Günter bereit, über weitere Ziele neben dem Klassenerhalt zu sprechen: "Wenn wir bis zur Winterpause noch ein paar Punkte holen, dann können wir vielleicht über andere Dinge reden." Der 26-Jährige wäre aber kein SC-Urgestein, wenn er nicht gleichzeitig warnen würde: "Wir haben schwere Spiele vor uns, in Leverkusen, in Gladbach, jetzt gegen Frankfurt, die die Bayern 5:1 weggehauen haben. Wenn wir auch da bestehen können, reden wir nochmal drüber." Überraschend wäre es nicht mehr, wenn der SC Günters Voraussetzungen erfüllt - auch wenn der Linksfüßer diese nicht mit einer konkreten Punkausbeute in den sieben Partien bis Weihnachten gekennzeichnet hat.

Carsten Schröter-Lorenz

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