Champions League

Brandts Wunsch nach Forschheit - Reus fehlt im Abschlusstraining

"Die Fans sollen sehen, dass wir mutig aufspielen"

Brandts Wunsch nach Forschheit - Reus fehlt im Abschlusstraining

Marco Reus und Julian Brandt

Gemeinsam gegen Inter? Julian Brandt ist sicher dabei, für Marco Reus wird es ganz eng. imago images

Borussia Dortmund gegen Inter Mailand (Anstoß 21 Uhr, LIVE! bei kicker.de und im Stream bei DAZN) - das ist das direkte Duell um Rang zwei in der Champions-League-Gruppe F. Wer sich am Dienstagabend durchsetzt, verfügt über gute Aussichten, sich für das Achtelfinale zu qualifizieren. Nach dem 2:0-Erfolg im Hinspiel hat Inter Mailand die aktuell besseren Karten, ein Dortmunder Sieg im Rückspiel allerdings würde das Kräfteverhältnis wieder verschieben. Der BVB hätte dann drei Zähler mehr auf dem Konto als die Lombarden - bei noch zwei ausstehenden Partien in Barcelona und daheim gegen Prag.

"Jeder kann die Tabelle lesen", sagt Julian Brandt, "Inter hat einen kleinen Vorteil. Aber das Spiel kann richtungweisend sein. Wir wollen am Dienstag gewinnen. Denn wir haben noch viel vor in der Champions League." Dortmunds Offensivspieler will sich mit seiner Elf, die im Hinspiel noch arg defensiv auftrat und im gegnerischen Strafraum praktisch nicht stattfand, diesmal nicht verstecken. "Die Fans sollen sehen, dass wir mutig aufspielen", fordert er. Man solle sehen, welche Mannschaft zuhause spiele.

Brandt baut auf den "Geschwindigkeitsvorteil"

In Mailand war das unschwer zu erkennen: Inter dominierte den BVB, der reichlich körperlos auftrat und es den Gastgebern nach der frühen Führung nicht sonderlich schwermachte, die Führung zu verteidigen - und am Ende noch auszubauen. Auf die Körperlichkeit allerdings, sagt Brandt vor dem Rückspiel, käme es gar nicht an. Wichtiger sei vielmehr, erst gar nicht in die direkten Duelle mit Inters robusten Verteidigern um Abwehrchef Stefan de Vrij zu gehen. "Wir müssen versuchen, in so wenige Zweikämpfe wie möglich mit ihnen verwickelt zu werden", sagt der 23-Jährige und erläutert, worauf es stattdessen ankommt: "Wir müssen mit wenigen Kontakten nach vorne spielen, uns gut bewegen, den Ball laufen lassen. Ich denke, wir haben auch einen Geschwindigkeitsvorteil in der Offensive." Respekt vor Inter sei zwar wichtig, aber: "Wir sollten nicht darüber reden, wie stark ihre Verteidigung ist, sondern uns vielmehr auf unsere Stärken besinnen."

In der zweiten Hälfte beim 3:0-Sieg über den VfL Wolfsburg am vergangenen Samstag waren die nach einigen zähen Spielen mal wieder zu erkennen: Spielfreude, Leichtigkeit, Kombinationsfußball. Für Brandt kein Zufall: "Man merkt schon, dass man sich derzeit die Leichtigkeit über die Spiele erarbeiten muss", sagt er, grundsätzliche Zweifel habe er aber nie gehabt an den Qualitäten des BVB: "Die stecken in uns. Ich bin mir sicher, dass das mit der Zeit auch über 90 Minuten wieder sichtbar wird."

Reus' Einsatz äußerst fraglich

Stark fraglich ist, ob Brandt die wiederentdeckte Spielfreude gemeinsam mit Marco Reus am Dienstag ausleben darf. Der BVB-Kapitän verletzte sich gegen Wolfsburg am Fuß und fehlte am Montag im Abschlusstraining. Brandt würde ein Mitwirken des 30-Jährigen in jedem Fall begrüßen - selbst wenn das bedeuten würde, dass er wieder ins Sturmzentrum rücken müsste: "Es macht unfassbaren Spaß, mit Marco zu spielen." In welcher Konstellation das passiere, sei "zweitrangig".

Matthias Dersch

kicker.tv Hintergrund

"Auf eigene Stärken besinnen" - das wiedergewonnene Dortmunder Selbstvertrauen

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