Bisheriger Kovac-Assistent übernimmt zunächst

Teamarbeiter und Familienmensch: Flick rückt ins Rampenlicht

Vom Co- zum Interimstrainer der Bayern: Hansi Flick.

Vom Co- zum Interimstrainer der Bayern: Hansi Flick. imago images

An diesem Montag, kurz vor halb neun, begann für Hansi Flick (54) sein neues Arbeitsleben. Seit dem gestrigen Sonntagabend firmiert er als Cheftrainer des FC Bayern München, nach der Trennung vom bisherigen Coach Niko Kovac (48). Vorerst ist sein Engagement für die beiden Spiele gegen Olympiakos Piräus an diesem Mittwoch (18.55 Uhr) und am kommenden Samstag gegen Borussia Dortmund (Samstag, 18.30 Uhr) vorgesehen. Bis zur anschließenden Länderspielpause wollen sich die FCB-Entscheider ein Meinungsbild über Kandidaten für die Kovac-Nachfolge verschaffen.

Flick ist ein Charakter, der sich nie in den Vordergrund drängte und nie die Ambition hatte, in München die Bayern-Mannschaft hauptverantwortlich zu übernehmen. Er sieht sich lieber als Fußballlehrer, der gerne junge Talente entwickelt. Gerade für diesen Bereich wurde er auch speziell verpflichtet.

Für Flick ist die Dreierkette eine Möglichkeit

Noch am frühen gestrigen Sonntagnachmittag, nach der Vormittagsschicht und wenige Stunden vor Kovacs Verabschiedung, blockte er jede Frage, ob er bereit sei für die Chefrolle, falls es mit Kovac nicht weitergehen sollte, kategorisch ab und verwies auf seine absolute Loyalität gegenüber seinem Vorgesetzten und Partner Niko Kovac. Diese Haltung stellen auch Bundestrainer Joachim Löw, dem Flick von 2006 bis zum WM-Gewinn 2014 assistierte, sowie DFB-Direktor Oliver Bierhoff heraus, zudem seine fachlichen Qualitäten.

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Flick ist ein eher leiser, zurückhaltender Typ, vom Fußball hat er aber klare Vorstellungen, die er nun ohne jede Einschränkung einbringen kann. Die Besetzung der Räume ist ihm ein erstes Anliegen, im Aufbau wie in der Defensive, die er zuallererst verdichten wird. Flick ist da flexibel, auch eine Dreierkette bezog er schon immer in seine Überlegungen ein. Die Automatismen sind ihm wichtig, dazu braucht es allerdings Zeit, die aktuell drängt.

Kommt ein neuer Cheftrainer, wird Flick wieder Co-Trainer

Deshalb wird er sich zunächst um die Psyche der Bayern-Spieler kümmern, die er in den vergangenen Wochen verunsichert erlebt hat. Er will sie mitnehmen, begeistern und wird das Positive herausstreichen, um der Mannschaft ihre verlorene Überzeugung von ihrem Können zurückzugeben. Flick ist ein Teamarbeiter und wird seine verschiedenen Zuarbeiter wie Videoanalysten und Fitnessexperten voll einbeziehen.

Sollte er nach den anstehenden zwei Begegnungen von einem neuen Chef abgelöst werden, wird er wieder seine Aufgaben als Co-Trainer übernehmen. Diese Zusicherung hat Flick von seinem Arbeitgeber FC Bayern. Vom Verbleib eines Cheftrainers wollte der Familienmensch und fürsorgliche Vater beziehungsweise Großvater nicht abhängig sein.

Karlheinz Wild

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