Neuer Tor-Erfahrung für Gladbachs Schweden

Borussia siegt nach dem "Wendt-Gesetz"

Oscar Wendt (Mitte) mit Christoph Kramer und Florian Neuhaus nach dem 2:1-Sieg in Leverkusen

Feier mit Fanschals: Oscar Wendt (Mitte) mit Christoph Kramer (l.) und Florian Neuhaus nach dem 2:1-Sieg in Leverkusen. imago images

Wenn es ums Toreschießen geht, fällt bei Borussia Mönchengladbach zurzeit hauptsächlich ein Name: Marcus Thuram. Mit sechs Treffern in den vergangenen sieben Pflichtspielen (und zusätzlich drei direkten Torvorlagen) hat der Angreifer entscheidenden Anteil am Gladbacher Gipfelsturm. Im Schatten des Franzosen überrascht allerdings auch ein Abwehrspieler mit ungewohnten Abschlussqualitäten. Oscar Wendt traf zum ersten Mal in seiner Fohlen-Zeit in zwei aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen.

Wendt-Tore bedeuten für die Borussia immer ein gutes Omen. Jubelt der Schwede, gibt's Punkte, im Regelfall sogar Siege, es ist eine Art Gesetz. Von den 15 Spielen, in denen Wendt traf, gewann Gladbach 14. Die Ausnahme: Nur beim 2:2 in Augsburg in der Saison 2017/18 gaben die Borussen Punkte ab.

"Normalerweise bin ich es ja, der über Außen kommt und die Bälle in die Mitte bringt"

Dass er in zwei aufeinanderfolgenden Bundesligaspielen einnetzt wie gegen Eintracht Frankfurt (4:2) am neunten Spieltag und nun in Leverkusen (2:1) bedeutet für den 34-Jährigen allerdings eine neue Erfahrung. Das gab es in seiner Bundesligazeit noch nie.

Am Samstag drückte er eine scharfe Thuram-Hereingabe vom rechten Flügel zur 1:0-Führung über die Linie, ein einstudierter Ablauf, nur mit vertauschten Rollen. "Wir haben diese Situation trainiert. Aber normalerweise bin ich es ja, der über Außen kommt und die Bälle in die Mitte bringt", erklärte Wendt. Als er sah, wie Thuram an Leverkusens Linksverteidiger Wendell vorbeizog, "bin ich losgelaufen, Marcus hat mich dann in der Mitte gesehen und mir den Ball perfekt aufgelegt."

Mit 22 Punkten Erster - Wendt will "realistisch bleiben"

Mit 34 plötzlich Torjäger - für Wendt das Sahnehäubchen auf die bisher so erfolgreiche Saison mit der Borussia, für die er seit 2011 spielt. "Im Moment bringen wir eine Top-Leistung", sagt der Skandinavier und genießt die Tabellenführung mit 22 Punkten nach zehn Spieltagen. "Wir freuen uns über die Punktzahl, und ich denke, wir haben sie uns verdient. Aber wir haben erst zehn Spiele hinter uns. Da müssen wir realistisch bleiben. Trotzdem versuchen wir natürlich weiter, oben zu bleiben."

Jan Lustig

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