Worlds 2019

SKT besiegt - G2 Esports zieht ins Finale ein

Nach dem Sieg gegen SKT kamen die Emotionen raus, wie bei G2-Kapitän Luka 'Perkz' Perkovic.

Nach dem Sieg gegen SKT kamen die Emotionen raus, wie bei G2-Kapitän Luka 'Perkz' Perkovic. lolesports

Selten war ein Halbfinale so hart umkämpft wie die Serie zwischen G2 Esports und SK Telecom T1. Fast 80 Prozent der Spielzeit hatte keine der beiden Mannschaften einen nennenswerten Goldvorteil. Das ist höchst ungewöhnlich, verdeutlicht aber den Verlauf der Begegnung. Denn auf eine gute Aktion von G2 folgte stets ein gelungener Zug von SKT - und umgekehrt.

Hauptverantwortlich war jedoch der europäische Vertreter. Denn wann immer SK Telecom drohte davonzuziehen, wie im ersten und dritten Spiel, ging G2 Esports unvorteilhaften Kämpfen geschickt aus dem Weg und griff an anderen Stellen der Karte an. Das machte es schwer für den südkoreanischen Meister: Das sonst so geordnet spielende Team reagierte häufig zu langsam und beging im Verlauf der Serie immer häufiger Fehler. Letztlich war es aber die mentale Stärke, die G2 Esports SKT voraushatte und den Sieg brachte.

Der Dämonenkönig blutet

Tragische Figur des Finales war Sang-hyeok 'Faker' Lee. Der wohl beste League of Legends-Spieler aller Zeiten hatte in Madrid auf Revanche für die Niederlage beim Mid-Season-Invitation gehofft. Und auf aggressiven Champions, wie Qiyana und LeBlanc, spielte er auch seine ganze Klasse aus. Doch während er SKT häufig in Führung brachte, so fiel selbst der "unsterbliche Dämonenkönig" G2 Esports' unkonventioneller Spielweise zum Opfer und beging entscheidende Fehler, die seiner Mannschaft am Ende den Sieg kosteten. Für ihn, aber auch SKT, ist es das erste Mal, dass sie bei einer Weltmeisterschaft nicht ins Finale einziehen.

Grand Slam in Reichweite

Auf Seiten von G2 Esports war die Freude dagegen groß. Nicht nur steht das europäische Team im Finale. Sie haben dort zudem die Gelegenheit, den Grand Slam zu gewinnen: Dieser Titel wird der Mannschaft zuteil, die in einer Saison jede Trophäe gewinnt, sowohl in der eigenen Liga als auch bei internationalen Turnieren.

Sollte G2 Esports' Finalgegner FunPlus Pheonix besiegen, wäre es zudem der erste Weltmeistertitel für eine europäische Mannschaft seit dem Sieg von Fnatic im Jahr 2011 - und damals waren China und Südkorea nicht dabei. Ausgetragen wird das Endspiel am 10. November um 13 Uhr.

Christian Mittweg