Spezielles Duell für die zwei Torschützen

Knölls Gänsehaut, Kinsombis halbe Freude

Törles Knöll und David Kinsombi

(Zwischenzeitlicher) Jubel: Törles Knöll und David Kinsombi. imago images (2)

Der Riecher, beim schlecht abgewehrten Eckball in der Nachspielzeit richtig zu stehen, ein beherzter Schuss - streng genommen brauchte Knöll nicht viel, um sich nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung zum Weher Mann des Tages aufzuschwingen. "Ich hatte wirklich Gänsehaut. Und auch wenn es mein Ex-Verein ist, war die Freude doch zu groß, um nicht zu jubeln. Es war befreiend für die Mannschaft und auch für mich selbst", gab die Nürnberger Leihgabe freudetrunken zu Protokoll. In der Tat belohnte der 22-Jährige seinen Klub für eine besonders im ersten Durchgang starke Leistung spät mit dem in Unterzahl unverhofft zustande gekommenen Zähler.

Im Bereich des Möglichen wäre das gar nicht mehr gewesen, hätte Kinsombi seinem Führungstor in der 85. Minute freistehend aus elf Metern einen zweiten Treffer folgen lassen. Zahlreiche Chancen ließ der HSV nach der Pause genauso fahrlässig liegen wie es die Platzherren vor dem Seitenwechsel taten. Kinsombi sah das etwas anders, fand den ersten Durchgang nicht hergeschenkt ("Das klingt zu hart.") musste aber erkennen: "Da waren wir nicht zwingend genug, um mit Tempo nach vorne zu spielen." Und so blieb dem 23-Jährigen lediglich die halbe Freude über den ersten Auftritt als Profi an alter Wirkungsstätte, die er 2011 ins benachbarte Mainz verließ.

Für Kinsombi steht erneut ein spezielles Duell an

Zeit für ein Treffen mit ins Stadion gekommenen ehemaligen Lehrern dürfte nicht geblieben sein. "Es geht gleich zurück, Regeneration und volle Konzentration auf Kiel", erklärte Kinsombi mit Blick auf das für ihn nächste, spezielle Duell. Denn bei Holstein mauserte sich der gebürtige Rüdesheimer zu einem herausragenden Zweitligakicker: "Das wird von der Atmosphäre her interessant." Sportlich mindestens ebenso, büßte der HSV doch durch das 1:1 seinen Vorsprung auf Arminia Bielefeld ein.

Verantwortlich dafür neben Torschütze Knöll, für den der Sonntag nicht weniger besonders gewesen sein dürfte, war die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking auch irgendwo selbst. Fahrige Ballverluste in der ersten Hälfte, schlechte Verwertung in der zweiten - und irgendwie nie mit dem spielerischen Selbstverständnis eines Spitzenteams beim Schlusslicht auftretend.

Benni Hofmann