Wunsch von Trainer Fischer wird nicht erfüllt

Ausgerechnet Verl: Union zieht erneut das Auswärts-Los

Union-Coach Urs Fischer freute sich nicht über das Los

Er hätte sich lieber ein Heimspiel für Union gewünscht: Trainer Urs Fischer. imago images

Am Wochenende vor dem Achtelfinale im DFB-Pokal, das am 4. und 5. Februar ausgespielt wird, gastiert Union in der Liga bei Borussia Dortmund. Eine Woche später steht erneut ein Auswärtsspiel an, dann bei Werder Bremen. "Verl", hatte Unions Kommunikationschef Christian Arbeit am Sonntagvormittag im Gespräch über mögliche Pokalgegner noch gescherzt, "liegt da ja genau auf dem Weg". Aus dem Witz wurde schnell Realität. Am Sonntagabend wurde der Viertligist den Eisernen als Gegner in der dritten Runde des DFB-Pokals zugelost. Möglicherweise kann Union also für die drei Auswärtsspiele in der ersten Februar-Woche den etwas größeren Koffer packen und gleich acht Tage in Westfalen und an der Weser verbringen.

"In einer für uns sehr schwierigen Woche mit drei Auswärtsspielen hintereinander müssen wir das Spiel konzentriert angehen, um unser klares Ziel, die nächste Runde des DFB-Pokals, zu erreichen", sagte Unions Manager Oliver Ruhnert zum Los und erklärte: "Verl hat in den ersten beiden Runden Erst- und Zweitligisten geschlagen. Natürlich hätten wir uns im Pokal endlich wieder ein Heimspiel gewünscht, trotzdem freuen wir uns auf die Partie."

In Deutschland ist das ein Wahnsinn.

Trainer Urs Fischer

Aus rein sportlicher Sicht ist Verl, Tabellenführer in der Regionalliga West, nicht die größte Hürde, die Union hätte erwischen können. Unions Trainer Fischer warnte jedoch - schon vor der Auslosung - vor den Ostwestfalen, die im bisherigen Wettbewerb den Berliner Ligarivalen Augsburg sowie Zweitligist Kiel eliminiert haben. "Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. In Deutschland ist das ein Wahnsinn. Auch wenn du höherklassig bist, Favoritenrolle hin oder her, das ist so eng, da gibt's Überraschungen", hatte der Schweizer gesagt.

Vor dem Pokalduell im Februar steht aber erst einmal weiter der Liga-Alltag auf dem Programm, und der führt Union am kommenden Wochenende nach Mainz. Gegen die um einen Punkt schlechteren Rheinhessen kann Fischer möglicherweise wieder auf Angreifer Suleiman Abdullahi (nach Knieverletzung) zurückgreifen. "Er hat in dieser Woche schon Einheiten mit der Mannschaft absolviert. Er wird, so wie der Stand jetzt ist, am Dienstag komplett ins Mannschaftstraining einsteigen. Ich bin zuversichtlich, dass es möglich ist, dass er am kommenden Wochenende wieder für den Kader zur Verfügung stehen könnte", sagte Fischer am Tag nach dem 1:0-Derbyerfolg gegen Hertha BSC.

Bülter-Auswechslung? "Es ging nicht mehr"

Den Erfolg im Stadtduell hatten neben Abdullahi und dem langzeitverletzten Akaki Gogia (Kreuzbandriss) auch Michael Parensen sowie Grischa Prömel verpasst. Bei Routinier Parensen, der sich am vergangenen Dienstag im Pokalspiel in Freiburg (3:1) eine Rippenprellung zugezogen hatte, "geht's von Tag zu Tag besser", vermeldete Fischer. Auch bei Prömel, der seit Wochen aufgrund einer Patellasehnenreizung ausfällt, "sieht's besser aus. Ich hoffe jetzt wirklich, dass es Fortschritte macht", so Fischer weiter. Der 53-Jährige schränkte allerdings ein: "Aber es ist hartnäckig."

Im Gegensatz zur Personalie Abdullahi wollte Fischer bei Prömel deshalb auch keine Prognose geben, wann der defensive Mittelfeldspieler wieder zur Verfügung stehe. "Nein, kann ich nicht", antwortete Fischer auf die entsprechende Frage und meinte: "Ich hoffe, so schnell wie möglich." Zudem berichtete er, dass Außenbahnspieler Marius Bülter gegen Hertha aufgrund von Magenproblemen hatte ausgewechselt werden müssen. "Es ging nicht mehr, er konnte einfach nicht mehr", sagte Fischer.

Jan Reinold

Bilder zur Partie 1. FC Union Berlin - Hertha BSC