Nürnberg: Sorg und Valentini fallen aus

Canadi muss hinten rechts tüfteln

Damir Canadi

Ihm steht kein gelernter Rechtsverteidiger mehr zur Verfügung: FCN-Trainer Damir Canadi. imago images

Ausgerechnet dort, sei angefügt, denn gerade die linke Seite des VfL mit Verteidiger Danilo und dem Ex-Nürnberger Danny Blum stuft Canadi als besonders gefährlich ein. Somit ist es doppelt bitter, dass die beiden rechten Verteidiger im FCN-Kader passen müssen. Oliver Sorgs beim Pokal-Aus in Kaiserslautern erlittene Gehirnerschütterung hat sich als gravierender als zunächst gedacht erwiesen: Der 29-Jährige durfte bis Freitagabend nur im abgedunkelten Zimmer liegen. Und bei Enrico Valentini meldete sich am Samstag eine Grippe an, die trotz des sofortigen Einsatzes von Antibiotikum nicht in den Griff zu bekommen war.

Rechts hinten steht folglich die Null, was die nominelle Besetzung anbelangt. UmsteIlen, improvisieren sind also wie so oft bislang in dieser Saison zwanghaft angesagt. Und dies in einem Mannschaftsteil, in dem Kontinuität besonders wichtig wäre. Der FCN-Coach hält's wie immer, wenn Sperren oder Verletzungen seine Pläne bestimmen: kein Jammern, kein Wehklagen, nehmen wie es kommt, lässt sich ohnehin nicht ändern.

"Wir haben einen breiten Kader, dementsprechend werden wir eine gute Lösung finden", so Canadi. Die einfachste wäre es, die beiden verbliebenen Außenverteidiger im Kader aufzubieten. Der Haken: Beide sind auf der linken Seite zu Hause, beide sind Youngster und beide haben im bisherigen Saisonverlauf ihre mehr oder minder großen Wackler. "Es ist schon nicht unproblematisch, einen jungen Spieler von seiner gewohnten Seite auf die andere zu versetzen", sagt Canadi, der dennoch die Variante mit Tim Handwerker (21) und Fabian Nürnberger (20) als eine denkbare bezeichnet.

Rechts hinten hat in der vergangenen Saison aus der Not heraus auch schon mal Innenverteidiger Lukas Mühl verteidigt, allerdings ist das 22-jährige Eigengewächs derzeit zu sehr mit sich selber beschäftigt, als dass er so eine Umstellung so mir nichts dir nichts packen würde. Könnte also auch auf die defensive Allzweckwaffe Lukas Jäger hinauslaufen, auch wenn die Außenbahn alles andere als seine Paraderolle ist.

Eine weitere Option wäre es, auf eine Dreierkette umzustellen, wobei damit das Problem der Besetzung der rechten defensiven Seite noch nicht gelöst wäre. Kurzum: Bis zum Anpfiff gilt es für den Trainerstab noch kräftig zu tüfteln.

Kein Kopfzerbrechen bereitet indes Canadi der Umstand, dass nach dem Achillessehnenriss von Ersatzkeeper Patric Klandt (36) mit Benedikt Willert (18) erstmals der noch für die U 19 spielberechtigte Keeper als Back-up auf der Bank sitzen wird: "Bene ist ein hochtalentierter Torhüter, da müssen wir uns keine Sorgen machen."

Christian Biechele