Unzufriedene Fans trotz 3:0

Hoffenheimer Ärger über Pfiffe: "Die sollen ins Theater gehen"

Sauer auf die pfeifenden Zuschauer: Hoffenheim-Kapitän Kevin Vogt.

Sauer auf die pfeifenden Zuschauer: Hoffenheim-Kapitän Kevin Vogt. imago images

Locker erspielte sich die TSG Hoffenheim am Freitagabend den fünften Pflichtspielsieg hintereinander - zu locker etwa? Als die Gastgeber, jetzt Fünfter der Bundesliga-Tabelle, nach der Pause ihre 3:0-Führung gegen das hilflose Schlusslicht Paderborn nur noch verwalteten, hallten tatsächlich einige Pfiffe von den Rängen.

Während Trainer Alfred Schreuder unmittelbar vor seinem 47. Geburtstag lieber über die "genügend positiven Sachen" statt "über diese Dinge" sprechen wollte, ließen sich seine Spieler die Laune über den mühelosen Heimsieg durchaus verhageln.

"Die Zuschauer, die pfeifen, sollen zukünftig am besten zu Hause bleiben - oder ins Theater gehen", schimpfte Kapitän Kevin Vogt. "Das hat nicht viel mit Fußballsachverstand zu tun und ist einfach nur traurig." Die Mannschaft habe den Unmut "zur Kenntnis genommen. Die Pfiffe bei so einer guten Leistung sagen mehr über die Leute als über unsere Spielweise."

Hopp: "Das sind keine Hoffenheim-Fans"

1:0-Torschütze und 2:0-Vorbereiter Pavel Kaderabek sah es ähnlich. "Die Pfiffe der Zuschauer verstehe ich nicht. Wir Spieler sind mit der Leistung sehr zufrieden." Und Mehrheitseigner Dietmar Hopp erklärte gar: "Das sind keine Hoffenheim-Fans. Bei einem 3:0 zur Pause denken die Spieler eben schon an die nächste Partie."

Sollten die betroffenen Anhänger, wie von Vogt empfohlen, künftig tatsächlich zuhause bleiben, droht Hoffenheim allerdings schon bald die nächste Minuskulisse: Die Zuschauerzahl von 23.629 war am Freitag die mit Abstand kleinste in der noch jungen Saison.

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jpe/sid

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