Herthas Manager und seine Empfehlung fürs Derby

Preetz: "Hoher Puls und kaltes Herz"

Michael Preetz

"Für mich geht es darum, dass wir uns auf sportlicher Ebene duellieren": Herthas Manager Michael Preetz. imago images

"Für mich geht es darum, dass wir uns auf sportlicher Ebene duellieren und diese wunderschöne Stadt Berlin als Sportstadt ins richtige Licht rücken", sagt Hertha-Trainer Ante Covic. "Alle Augen sind auf uns gerichtet." Für das Geschehen auf dem Rasen hat Preetz eine Synthese als hilfreichen Mix ausgemacht: "Auf dem Platz tut dir neben einem hohen Puls gut, dass man ein kaltes Herz hat." Der Pokal-Krimi vom Mittwochabend, der nach aufreibenden 120 Minuten (3:3) mit einem 5:4 im Elfmeterschießen gegen Zweitliga-Kellerkind Dynamo Dresden vollendete Einzug ins Achtelfinale, hat fraglos Kraft gekostet. "Aber die Akkus", berichtet Hertha-Trainer Ante Covic, "sind zu 100 Prozent voll. Die Bereitschaft ist enorm. Ich hätte am Mittwochabend direkt nach Abpfiff fragen können, da wären 27 Hände nach oben gegangen. Alle hätten gesagt: Ich will spielen. Wir haben eine erfahrene Mannschaft. Wir wissen, um was es geht."

Fehlen wird den Blau-Weißen aus Berlin-Charlottenburg neben Arne Maier (Innenbandriss im Knie) und Sidney Friede (Mittelfußprellung) auch der nach seiner Gelb-Roten Karte gegen Hoffenheim (2:3) gesperrte Vladimir Darida. Ins Tor wird Rune Jarstein zurückkehren, der im DFB-Pokal absprachegemäß von Thomas Kraft vertreten wurde. Auch Maximilian Mittelstädt (nach Ellenbogen-Verletzung) ist wieder einsatzbereit. Mit Marko Grujic (Roter Stern/Belgrad), Salomon Kalou (FC Chelsea/London) und Dedryck Boyata (Celtic/Glasgow) haben drei Profis des aktuellen Hertha-Kaders reichlich Stadtderby-Routine von früheren Stationen.

Insgesamt hat Hertha 2400 Tickets für die Partie in der Alten Försterei erhalten. Vor der Geschäftsstelle herrschte am Freitag bereits ein Hauch von Spieltags-Atmosphäre. Getränke- und Bratwurststände waren aufgebaut, etliche Fans holten ihre Karten ab. Einige Vertreter der aktiven Fan-Szene statteten zudem der nicht öffentlichen Trainingseinheit am Freitagnachmittag einen Besuch ab, um die Mannschaft aufs Derby einzuschwören.

Der Schulterschluss zwischen Profis und Fans war bereits nach den jüngsten beiden Heimspielen gegen Hoffenheim und Dresden im Olympiastadion sichtbar geworden. "Wir haben einen sehr guten Zugang zu unseren Fans", sagt Covic. "Sie wollen uns unterstützen auf dem Weg. Es ist ein Zusammenspiel, das im Moment sehr gut passt." Preetz sagt: "Unsere Fans - auch die wenigen, die die Möglichkeit haben, am Samstag dabei sein zu können - freuen sich sehr auf das Spiel. Es wird alles bereit sein für dieses Derby und tollen Fußball."

Steffen Rohr

Meisterschaften, Mitglieder und Millionen: Union und Hertha im Vergleich