3. Liga

Bierofka über "Schlitzohr" Bunjaku, "Spielglück" und die Charakterfrage

Nach drei Niederlagen: Löwen lechzen nach Erfolgserlebnis

Bierofka über "Schlitzohr" Bunjaku, "Spielglück" und die Charakterfrage

Daniel Bierofka

Will gegen Viktoria Köln drei Punkte einfahren: Löwen-Coach Daniel Bierofka. imago images

"Sie sind furios gestartet", zeigte sich Löwen-Coach Daniel Bierofka beeindruckt von den ersten Auftritten der Kölner. "Es ist eine offensive Mannschaft mit sehr guten Offensivspielern", so der Trainer über Albert Bunjaku (neun Tore), Mike Wunderlich (sechs Treffer) & Co. Gerade über diese beiden Akteure brauche er "ohnehin nicht viele Worte verlieren", weiß Bierofka ja noch aus eigener Erfahrung, wie es ist, gegen sie zu spielen. Bunjaku, ein echtes "Schlitzohr", brauche "nur eine Chance für ein Tor, Wunderlich ist immer für außergewöhnliche Aktionen gut. Es sind sehr kreative Spieler."

Obwohl bei den Rheinländern das Getriebe derzeit ebenfalls ein wenig stottert (fünf Spiele ohne Sieg), stellen sie weiterhin "eine sehr gefährliche Mannschaft" - vor allem in der Vorwärtsbewegung. Und das ist etwas, das Bierofka Sorgen bereitet. Trotz ansprechender Leistung blieben die Giesinger in den letzten drei Auftritten sieglos, ließen dabei jedoch "defensiv wenig zu. Momentan ist es aber so, dass gefühlt jeder Schuss gegen uns ein Tor ist."

Wir müssen sie doppeln, egal ob von vorne, hinten oder der Seite.

Daniel Bierofka

Alles Lamentieren helfe jedoch nichts, vielmehr müssen die Spieler eine Trotzreaktion zeigen "und das Spielglück erarbeiten". Sein Masterplan: "Viktoria spielt sehr offensiv, bringt viele Spieler in den gegnerischen Sechzehner. Da kann es sein, dass sie die Defensive etwas vernachlässigen." Zudem gelte es, "im Verbund" gegen Wunderlich und Bunjaku zu arbeiten. "Wir müssen sie doppeln, egal ob von vorne, hinten oder der Seite. Wir müssen immer wieder versuchen, Überzahl herzustellen. Denn sie können Situationen im Eins-gegen-eins lösen." Dementsprechend hält er die Spieler an, "extrem ballorientiert, extrem raumorientiert zu verschieben".

Lazarett ist prall gefüllt

Sorgen bereitet der Blick auf das Lazarett. Aufgrund von Komplikationen mit der Narbe des Muskelbündelrisses im Oberschenkel fällt Efkan Bekiroglu weiter auf unbestimmte Zeit aus, Quirin Moll, Semi Belkahia (beide Aufbautraining nach Kreuzbandriss) und Nico Karger (Sehnenriss) stellen ebenfalls noch lange keine Alternativen dar.

Hinzu gesellen sich Timo Gebhart (Wadenprobleme), Simon Seferings (Zehenprellung) und Keeper Hendrik Bonmann. "Er hat im Training am Dienstag einen langen Schritt gemacht. Es ist zwar keine schwere Verletzung, sondern nur eine Zerrung", klärt Bierofka auf. Da der 25-jährige Keeper am Donnerstag nicht schmerzfrei trainieren konnte, "haben wir entschieden, dass ein Einsatz keinen Sinn macht. Ich kann nur Spieler gebrauchen, die zu 100 Prozent fit sind". Für Bonmann wird Pokal-Held Marco Hiller zwischen den Pfosten stehen.

Trotz der Ausfallliste - Dennis Erdmann muss aufgrund seiner fünften Gelben Karte zuschauen - ist Bierofka voller Zuversicht und geht "nicht von einer Niederlage aus". Warum? "Ich weiß, dass gegen Köln eine Mannschaft auf dem Platz stehen wird, die Charakter hat und ihr Schicksal in die eigene Hand nimmt."

kög