Bundesliga

Favre: Lob für Brandt und Zagadou

Dortmund hofft auf Reus und Hummels

Favre: Lob für Brandt und Zagadou

BVB-Trainer Lucien Favre und Julian Brandt

Sonderlob in neuer Rolle: BVB-Trainer Lucien Favre und Julian Brandt. imago imagesd

Ob der 2:1-Sieg über Gladbach tatsächlich eine Trendwende oder ein "Brustlöser" war, mag niemand mit Sicherheit behaupten. Doch zu einer Klimaverbesserung hat der erfolgreiche Pokalfight in Dortmund, der Hauptstadt des Zweifels, gewiss beigetragen. "Das war gut für alle", sagt Lucien Favre, "es ist immer gut, wenn du ein Spiel drehen kannst".

Noch in der Nacht nach der Partie analysierte Dortmunds Trainer die 90 Minuten, und er notierte sich "viele positive Sachen", zu denen auch der erste Startelfeinsatz Dan-Axel Zagadous seit mehr als einem halben Jahr beitrug. An dem jungen Franzosen gefällt seinem Vorgesetzten vor allem die Fähigkeiten im Aufbau: "Er versteht gut, wohin er spielen muss."

Dass das Ticket fürs Achtelfinale nicht mit künstlerischer Leichtigkeit, sondern mit harter Arbeit errungen wurde, streitet niemand der Beteiligten ab. Die frühere Leichtigkeit als unverwechselbares Stilelement wieder in den Dortmunder Fußball zu implementieren, gehe "nicht von heute auf morgen", meint Lizenzspielerchef Sebastian Kehl. Viel wichtiger als Preise für Ausdrucksstärke und Eleganz ist ihm in dieser Phase der Saison der Rückenwind, den er sich nun auch für die Meisterschaft erhofft. "Es hilft dem einzelnen Spieler, wenn er mal ein Erfolgserlebnis hat", sagt Kehl.

Ohne Reus in der Lieblingsrolle: Brandt blüht auf

Bei Julian Brandt tat das besonders Not, sein Start in Dortmund verlief schleppend. Gegen Gladbach unterstrich er als Matchwinner mit einem Doppelpack seinen Wert für den BVB. Teamkollege Nico Schulz klatschte begeistert Beifall: "Wir freuen uns für ihn. Wir wissen alle, was für ein geiler Kicker er ist." Brandt, der sich in Abwesenheit von Marco Reus seiner Lieblingsrolle annähern durfte, die Favre mit "mehr Mittelfeld als Sturm" beschreibt, kassierte vom Trainer nicht nur wegen seiner beiden Tore ein Lob: "Julian hat sehr clever in der Defensive geholfen."

Um nun auch in der Bundesliga nachzulegen, wäre die Rückkehr eines prominenten Trios hilfreich, das am Mittwochabend noch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen konnte. Torhüter Roman Bürki nach seinem Infekt wohl letztmalig - er konnte am Donnerstag trainieren und wird aller Voraussicht nach gegen Wolfsburg sein Comeback feiern. Bei Reus (Adduktorenprobleme) und Mats Hummels (Magen-Darm) lässt sich das noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Favre: "Man muss warten."

Als Bewertungskriterium für Samstags-Gegner Wolfsburg zieht der Schweizer nicht dessen deftige 1:6-Pokalklatsche gegen Leipzig heran, sondern die bemerkenswerte Stabilität in der Meisterschaft. "Sie haben noch nicht verloren", betont Favre, "das meint alles."

Thomas Hennecke

kicker.tv Hintergrund

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