Wir schreiben Pokal-Geschichten

Wir in Hamburg wissen: Nach der Ebbe kommt die Flut

Der glückliche Sieg in der ersten Runde gegen eine starke Mannschaft aus Chemnitz und das 1:0 gegen Bochum in der Liga stecken noch in den Beinen, doch der Kopf ist bereits bei der Auslosung. Kann man auf Losglück hoffen, kann es noch weiter gehen als im letzten Jahr, als erst im Halbfinale gegen Leipzig Schluss war? Es ist Sonntag, ein sonniger Nachmittag, ich sitze wie gebannt vor dem Fernseher und verfolge das Geschehen aus Dortmund. Kugel für Kugel, Gegner für Gegner werden zugeordnet. Wann kommt endlich der HSV? Es bleiben nur noch vier Kugeln. Vorletztes Duell, Heimspiel. Die Chance auf ein Derby gegen den Stadtrivalen im Pokal ist da. Die Nervosität ist grenzenlos. Stuttgart. Enttäuschung, aber zumindest ein Heimspiel. Hamburg und Stuttgart, die Aufstiegsaspiranten der Saison, treffen also zweimal innerhalb von vier Tagen aufeinander.

Das 6:2 aus dem Ligaspiel beflügelte meine ersten Arbeitstage, mit breiter Brust und ohne Sprüche der Kollegen konnte man seiner Arbeit nachgehen und sich mit der Raute auf der Brust mal wieder richtig wohlfühlen. Dennoch, es ist der HSV und immer für eine Überraschung gut. Was sich auch heute zeigen sollte. Aufgeregt verließ ich um 16.30 Uhr das Büro, um pünktlich am Stadion zu sein. Leider verzögerte sich die Hinfahrt, da zeitgleich in der Arena neben dem Stadion Sarah Connor ein Konzert spielte und der Hamburger Berufsverkehr uns einen Strich durch die Rechnung machte.

Ich erreichte gerade zum Anstoß meinen Sitzplatz, vermisste aber noch meine Freundin, die weiterhin im Stau festhing. Das Spiel war keine zwei Minuten alt, da ertönte der Elfmeterpfiff. 0:1, Nicolas Gonzalez verwandelt sicher aus 11 Metern. Das Spiel war zu jeder Zeit hart umkämpft, dies brachte Bastian Dankert, der die Partie sicher als Schiedsrichter führte, nicht aus der Ruhe. 16. Minute, wieder gab es Elfmeter, nur dieses Mal für den HSV. Insgesamt flachte das Spiel ab, man bekam das Feuerwerk aus dem Ligaspiel nicht noch ein weiteres Mal geboten. Auch in der zweiten Hälfte zeigten sich beide Mannschaften hinten sicher. Mein persönliches Highlight: Lisa, meine Freundin, traf zur 60. Minute ein.

Nach 90 Minuten pfiff der Schiedsrichter ab und es gab wieder einmal Verlängerung in dieser Pokalsaison. Der HSV machte sich das Leben schwer und kassierte verdient den Treffer zum 1:2. Jedes Aufbäumen der Rothosen verlief sich, und Stuttgart feierte die Revanche nach dem missglückten Spiel vom Samstag. Glückwunsch an die Schwaben, und wir in Hamburg wissen: Nach der Ebbe kommt die Flut.

Aufstellungen und Noten:

Hamburg: Heuer Fernandes 2 - Vagnoman 4 (95. Kittel 3), Jung 4, van Drongelen 3, Leibold 3 - Hunt 3 (68. Dudziak 4), Fein 2, Kinsombi 3 (103. Moritz 4) - Jatta 4, Hinterseer 4, Jairo 5 (68. Narey 4)

Stuttgart: Bredlow 3 - Stenzel 2, Kempf 3, Badstuber 3, Castro 2 - Mangala 5 (110. Al Ghaddioui 2), Karazor 3, Ascacibar 4 - Klement 2 (120. Phillips -), Förster 4 (58. Wamangituka 3) - Gonzalez 2

Schreib dich ins Pokal-Finale!

Das Achtelfinale steigt am 4./5. 2. Bewerben kannst du dich bis zum 25.01.
Alle ERGO-Fan-Reporter sind beim DFB-Pokal-Endspiel hautnah dabei!
Alle wichtigen Infos zur Teilnahme und zum Datenschutz bekommst du auf www.kicker.de/ergofanreporter.