DEL, 16. Spieltag: Reichel entscheidet Penaltyschießen, Straubing weiterhin erster München-Verfolger

45 aus 48: München werkelt an neuer Serie

Münchner Jubeltraube

Einsame Fahrt an der Spitze: München jubelte auch in Wolfsburg. imago images

Reichel verdirbt Nürnbergs Red Party

Das Gastspiel der Berliner in der Frankenmetropole war für einen Eisbären-Akteur eines der besonderen Art: Leo Pföderl. Der 26-jährige Nationalspieler stand nach seinem Wechsel zum Hauptstadtklub erstmals wieder auf dem Eis an seiner alten Wirkungsstätte - und wurde von den 6.547 Zuschauern mit tosendem Applaus begrüßt. Von 2012 bis 2019 trug Pföderl das Trikot der Ice Tigers, verbuchte satte 226 Punkte (126 Tore, 100 Assists) und reifte zum Nationalspieler.

Das erste Drittel endete in einer temporeichen und intensiven Partie aufgrund einiger Pfosten- und Lattentreffer auf beiden Seiten ohne Treffer. Die Eisbären waren im Eröffnungsdrittel drückend überlegen, auch über die gesamte Spielzeit betrachtet die bessere Mannschaft - verfehlten aber zu häufig das Tor von Niklas Treutle. Lediglich 36 der 72 abgefeuerten Schüsse fanden den Weg aufs Nürnberger Gehäuse. Die Thomas Sabo Ice Tigers übten in einigen Drangphasen, in denen sich Berlin lange nicht befreien konnte, enormen Druck auf Sebastian Dahm im Eisbären-Kasten aus.

Der Mittelabschnitt wurde von einem unschönen Ereignis überschattet: Nürnbergs Rylan Schwartz beförderte Berlins Sean Backman in die Bande (21.), der mit dem Hinterkopf aufprallte und nicht weiterspielen konnte. Eine Diagnose ist noch nicht bekannt. Ex-Eisbär Daniel Fischbuch brach in der 32. Minute den Torbann und brachte die Gastgeber in Führung. Die Berliner schlugen zwar im Schlussdrittel zurück und drehten durch Treffer von Pföderl (49.) und Landon Ferraro (51.) die Partie kurzerhand, mussten aber auch noch den Ausgleich durch Oliver Mebus hinnehmen (53.).

Die Overtime, in der Nürnberg zeitweise in doppelter Unterzahl spielte, endete nicht vorzeitig - das Penaltyschießen musste Klarheit bringen. Der einzige Schütze, der seinen Anlauf am Goalie vorbeibrachte, war Berlins Lukas Reichel. Der 17-Jährige, im gesamten Spiel nur knapp über vier Minuten auf dem Eis, verwandelte mit einer Leichtigkeit gegen Niklas Treutle und bescherte dem Rekordmeister den Zusatzpunkt. Reichel markierte mit seinem fünften Saisontreffer somit den 3:2-Endstand (0:0/0:1/2:1/0:0/1:0).

Ehliz mit dem Game Winning Goal in Unterzahl

Der EHC Red Bull München ist wieder drauf und dran, sich eine neue Siegesserie aufzubauen. Nach dem zwischenzeitlichen Ausrutscher gegen Straubing - der weiterhin der einzige Punktverlust der Saison ist - haben die Landeshauptstädter in Wolfsburg ihren vierten Sieg in Folge verbucht. Die Mannschaft von Don Jackson reagierte auf das Führungstor von Jeffrey Likens (2.) mit den Torerfolgen von Trevor Parkes (9.), Patrick Hager (11.) sowie Maximilian Daubner (33.) und brachte München einen Zwei-Tore-Vorsprung, der allerdings nicht lange von Bestand haben sollte.

Sebastian Furchner (36.) und Alexander Johansson (45.) egalisierten für die Autostädter. Sieben Minuten vor dem Ende versenkte Yasin Ehliz den Puck in Unterzahl und avancierte dadurch zum Matchwinner. Frank Mauer schob die Scheibe 13 Sekunden vor dem Ende noch ins leere Tor von Felix Brückmann, der das Eis für einen zusätzlichen Feldspieler verlassen hatte, und markierte den 5:3-Endstand (2:1/1:1/2:1). Dadurch bleibt der Vize-Meister weiterhin souverän an der Spitze der DEL - mit 45 von 48 möglichen Punkten - und führt die Tabelle mit zwölf Punkten Abstand an.

Mannheim weiterhin auf der Suche nach Konstanz

Die Achterbahnfahrt des amtierenden Meisters geht weiter. Die Adler Mannheim unterlagen bei den Kölner Haien mit 1:2 n.V. (1:0/1:0/0:0/1:0). Alle drei Treffer des Spiels fielen in Überzahl. Mark Katic stellte bereits in der fünften Minute auf 1:0 für die Adler. Köln brauchte zwar lange, fand dann aber die Antwort durch Benjamin Hanowski (34.). Jonathan Matsumoto erzielte das spielentscheidende Tor in der Overtime und bescherte den Domstädtern den Extrapunkt.

Straubing dreht 0:2-Rückstand

Die Straubing Tigers bestätigten im Duell der Überraschungsmannschaften ihre Rolle als erster München-Verfolger und setzten sich bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 4:2 (1:2/0:0/3:0) durch. Dabei hatte es lange nicht nach einem Straubinger Sieg ausgesehen. Nach 40 Minuten führten die Gastgeber mit 2:1, doch die Tigers schafften im Schlussabschnitt die Kehrtwende und drehten den Rückstand dank zweier Treffer von Sven Ziegler binnen zehn Minuten (47./57.). Jeremy Williams sorgte 31 Sekunden vor der Schlusssirene mit seinem Empty Net Goal für den 4:2-Endstand.

Augsburg unterliegt im Derby

Der ERC Ingolstadt setzte sich vor heimischer Kulisse mit 2:1 (0:0/2:0/0:1) gegen die Augsburger Panther durch und entschied dadurch das bayerische Derby für sich. Mirko Höfflin (38.) und Wayne Simpson (40.) brachten die Schanzer kurz vor der zweiten Drittelpause in Front. Der Anschlusstreffer von David Stieler blieb unbeantwortet (52.) und so reichten Ingolstadt die zwei Tore für die drei Punkte.

Düsseldorf stolpert in Krefeld

Die Düsseldorfer EG patzte beim Vorletzten und verpasste den Sprung auf Rang zwei. Die Krefeld Pinguine fuhren mit dem 4:3-Erfolg (2:1/2:2/0:0) gegen die DEG den vierten Saisonsieg ein und verkürzten den Abstand zu den Rängen zwölf bis zehn auf zwei Zähler. Die Pinguine gerieten zunächst früh durch Luke Adam in Rückstand (2.), drehten die Partie dann aber dank der Treffer von Philipp Kuhnekath (17.) und William Besse (20.) noch im ersten Drittel. Auch in den Mittelabschnitt startete Düsseldorf mit einem Treffer. Dieses Mal war Chad Nehring erfolgreich (25.), doch erneut schlugen die Gastgeber durch die Tore der Verteidiger Phillip Bruggisser (26.) und Mark Cundari (39.) doppelt zurück. Marc-Anthony Zanetti verkürzte zwar kurz vor Ablauf der Uhr im Mitteldrittel noch (40.), aber Düsseldorf konnte im Schlussabschnitt nicht mehr egalisieren.

Schwenningen gewinnt Krisengipfel

Zum Abschluss des 16. Spieltags bezwang DEL-Schlusslicht Schwenningen die Iserlohn Roosters mit 4:1 (2:0/0:1/2:0). Maßgeblich beteiligt waren die Stürmer Jamie MacQueen (zwei Treffer) und Patrick Cannone (ein Treffer, zwei Assists), die jeweils mehrere Punkte verbuchten. Für Iserlohn ging es nach dem sensationellen 7:5-Erfolg bei den Adler Mannheim somit wieder zurück in die ernüchternde Realität.

phb