"Spiegel" berichtet

Beckenbauer-Stimme zum Kauf angeboten?

2. Dezember 2010 in Zürich: Die WM-Vergabe 2018 und 2022 stand an: Fedor Radmann und Franz Beckenbauer.

2. Dezember 2010 in Zürich, die WM-Vergabe 2018 und 2022 stand an: Fedor Radmann und Franz Beckenbauer. imago images

Neun Jahre nach der umstrittenen Vergabe der WM-Endrunden an Russland (2018) und Katar (2022) im Dezember 2010 berichtet der "Spiegel" über einen womöglich weiteren Skandal.

Demnach soll der Beckenbauer-Berater Fedor Radmann Russland die Stimme des damaligen Mitglieds der FIFA-Exekutive für eine Zahlung in Höhe von drei Millionen Euro und einen Bonus über 1,5 Millionen Euro bei erfolgter Vergabe der WM an Russland angeboten haben. Radmanns Rechtsanwalt Norbert Scharf wies die Behauptung als falsch zurück.

Der "Spiegel" bezieht sich auf E-Mails, die auf der russischen Internetseite "The Insider" veröffentlicht worden sind. In einem von Alexander Dschordschadse, Mitglied des russischen WM-Bewerbungskomitees, erstellten "Faktenbuch" heißt es in Bezug auf Beckenbauer: "Früher hat er die Kandidatur Englands unterstützt. Aber nach unseren Kontakten mit den Beratern der australischen Bewerbung bekamen wir die Informationen über die Bereitschaft von FB (Franz Beckenbauer, Anm. d. Red.), die Bewerbung Russlands zu unterstützen. Gewünscht ist ein Treffen in Moskau mit den höchsten Führern der Bewerbung. Der Berater Beckenbauers, Fedor Radmann, bietet diese Stimme an für eine großzügige Gegenleistung für seine Beraterdienste."

Wem die einzelnen Mitglieder der FIFA-Exekutive am 2. Dezember 2010 in Zürich ihre Stimmen gaben, ist bis heute geheim. In Kreisen der FIFA wurde damals spekuliert, dass Beckenbauer für Russland 2018 und für das im ersten Wahlgang ausgeschiedene Australien votiert und im nächsten Wahlgang für Katar 2022 gestimmt habe.

Im Jahr 2012 erhielt Beckenbauer einen Vertrag als Sportbotschafter, abgeschlossen zwischen seiner Vermarktungsfirma und dem Verband russischer Gasproduzenten.

Rainer Franzke/kon