Heckings Elf mit überraschendem Aussetzer

HSV: Ergebnis als Dämpfer, die Leistung ein Rückschlag

Hamburgs Trainer Dieter Hecking

Erwartet keinen Knacks durch das Pokal-Aus: Hamburgs Trainer Dieter Hecking. imago images

"Es war zu erwarten, dass es nicht wieder so ein Showdown wie am Samstag wird", reklamiert Dieter Hecking zu Recht. Aber es deutete nach den vorherigen Leistungen auch nur wenig darauf hin, dass sich seine Formation einen derartigen Ausreißer nach unten leisten würde.

So denkbar knapp die Niederlage nach Verlängerung ausfiel, so überfällig war der Siegtreffer der dominanten Schwaben gegen eine Hamburger Formation, die sich nach dem strittigen Strafstoß in der 16. Minute bis zum Ende der Verlängerung keine einzige Tormöglichkeit mehr erspielt hatte. Rick van Drongelen erklärt dies so: "Stuttgart war besser organisiert, hat uns weniger Räume gegeben."

Hunt & Co.: Keine spielerischen Akzente

Die andere Wahrheit: Der umformierte HSV fand keine Lösungen. Hecking hatte planmäßig Aaron Hunt, David Kinsombi und Jairo eingebaut, alle drei setzten spielerisch keine Akzente. Außerdem musste der Coach nach dem Warmmachen wegen muskulärer Probleme auf Martin Harnik verzichten und beorderte Lukas Hinterseer zurück in die Startelf. Vier Änderungen, die Hecking in seiner Einschätzung widerlegten.

Der Coach hatte nach dem 6:2 in der Liga gesagt, er könne seine Startelf auf drei, vier oder fünf Positionen umbauen, die Qualität aber bliebe die gleiche. Dienstagabend indes war der Qualitätsverlust auffällig. "Wir können es besser", weiß Hinterseer, "unser Ballbesitz- und Positionsspiel war nicht gut." Das bemängelt auch Hecking: "Wir haben nicht sauber nach vorn gespielt, die klare spielerische Linie war nicht da. Wir waren nicht konsequent genug im Spiel nach vorn."

Das wird uns keinen Knacks geben. Wir haben innerhalb von eineinhalb Wochen drei Spitzenspiele gehabt und nach 90 Minuten keines verloren.

Dieter Hecking

Ergebnis und Vortrag sind ein Dämpfer für den Spitzenreiter - aber kein Rückschlag, wie Hecking versichert: "Das wird uns keinen Knacks geben. Wir haben innerhalb von eineinhalb Wochen drei Spitzenspiele gehabt und nach 90 Minuten keines verloren." Aber sie haben im Pokal erstmals deutlich die Grenzen aufgezeigt bekommen.

Sebastian Wolff

Bilder zur Partie Hamburger SV - VfB Stuttgart