Bundesliga

Bayern-Debakel in Frankfurt - Derbysieger Düsseldorf - Schalke klettert

10. Spieltag: BVB siegt klar - Leipziger Kantersieg

Bayern-Debakel in Frankfurt - Derbysieger Düsseldorf - Schalke klettert

Protagonisten des 10. Spieltags: Jerome Boateng, Amine Harit, Rouwen Hennings und Erik Thommy (v.l.).

Protagonisten des 10. Spieltags: Jerome Boateng, Amine Harit, Rouwen Hennings und Erik Thommy (v.l.). imago images

Düsseldorf gewinnt das rheinische Duell

Am Sonntag stand in der Bundesliga das Derby am Rhein auf dem Programm - und das barg auch aufgrund der sportlichen Situation Brisanz: Düsseldorf hatte Köln zum Krisengipfel zu Besuch. Beide Teams agierten mit angezogener Handbremse, waren stark auf Sicherheit bedacht, wenngleich der Effzeh mehr investierte. Chancen gab es in Hälfte eins kaum zu sehen. Doch dann foulte Czichos Morales ungeschickt und versursachte einen Elfmeter, den Hennings kurz vor der Halbzeit sicher verwandelte (38.). Köln drängte anschließend auf den Ausgleich, kam auch zu Möglichkeiten - und wurde eiskalt ausgekontert: Thommy rannte davon und stellte auf 2:0 (61.). Die Messe war gelesen, der FC kassierte den nächsten Rückschlag und die ohnehin schon diffizile Lage von Trainer Achim Beierlorzer dürfte noch komplizierter geworden sein.

Augsburg ärgert Schalke, geht aber leer aus

Am Abend hatte der FC Schalke die vermeintlich einfache Aufgabe beim FC Augsburg vor der Brust - doch die Fuggerstädter hatten zuletzt aufsteigende Form gezeigt und sowohl gegen den FC Bayern (2:2) als auch in Wolfsburg (0:0) jeweils einen Punkt geholt. Und auch gegen S04 entpuppte sich der FCA als harte Nuss. Augsburg war gegen phasenweise schwerfällig anmutende Schalker agiler und ging während des Spiels zweimal in Führung - Baier (38.), Finnbogason (60., HE). Allerdings schlug Königsblau ebenfalls zweimal zu - jeweils nach ruhenden Bällen: Ging das 1:1 noch auf die Kappe von Lichtsteiner, dem ein Eigentor unterlief (45.+1), zeichnete für das 2:2 Kabak verantwortlich (71.). Dabei blieb es nicht, weil Harit kurz vor Schluss bei Oxfords Fauxpas zur Stelle war und handlungsschnell den 3:2-Siegtreffer für die Gäste markierte (82.). Durch den Dreier springt Schalke auf Platz sechs der Tabelle und hat nur einen Zähler Rückstand auf den Zweiten Dortmund.

Kovac Rückkehr nach Frankfurt wird zum Debakel

Bei der Rückkehr von FCB-Coach Niko Kovac nach Frankfurt ließ der erste Aufreger nicht lange auf sich warten. Paciencia entwischte nach wenigen Minuten Boateng, dessen Notbremse nach Videostudium mit der Roten Karte bewertet wurde (10.). Die Hessen witterten ihre Chance, machten ordentlich Druck und schlugen in der 25. Minute dank Kostic zu. Damit nicht genug: In der 34. Minute kombinierte sich Frankfurt mal wieder in den Strafraum, Kimmich beförderte das Leder unfreiwillig zu Sow, der das 2:0 erzielte (34.). Doch die Bayern hatten ja noch Lewandowski, der seine Serie mit einer ganz starken Einzelaktion fortsetzte und auch am 10. Spieltag traf - 1:2 (37.). Frankfurt ließ sich aber nicht beirren: Gnabry verlor in der eigenen Hälfte den Ball und ermöglichte so Abrahams Treffer (49.). Als auch noch Hinteregger per Kopf zuschlug (61.), war die Messe in Frankfurt endgültig gelesen - zu allem Überfluss kassierte Bayern auch noch das 1:5 durch Paciencia. Frankfurt bleibt vor eigenem Publikum damit weiter ungeschlagen (4/2/0), der FCB liegt nun vier Punkte hinter der Spitze zurück - und trennte sich am Sonntagabend von Trainer Kovac.

Mächtig aufgedreht: Goncalo Paciencia und Frankfurt schossen die Bayern ab, Timo Werner war an sechs von acht Toren Leipzigs beteiligt.

Mächtig aufgedreht: Goncalo Paciencia und Frankfurt schossen die Bayern ab, Timo Werner war an sechs von acht Toren Leipzigs beteiligt. imago images (2)

Drei Punkte vorne: Primus Gladbach gewinnt in Leverkusen

Denn Tabellenprimus Gladbach bewältigte die Aufgabe in Leverkusen. Gleich fünf Neue ließ Coach Marco Rose nach dem Pokal-Aus in Dortmund ran. Die Fohlen durften in der 18. Minute das 1:0 von Wendt bejubeln, Thuram hatte mustergültig vorgelegt. Doch die Werkself schlug zurück. Alarios Zuckerpass verwertete Volland in der 25. Minute, doch in der 42. Minute war die Bayer-Abwehr erneut entblößt - Thuram drückte den Ball nach Herrmanns Querpass locker über die Linie. In der 56. Minute hätte Neuhaus für Gladbach erhöhen können, scheiterte aber an Hradecky (56.). Mehr Ballbesitz und mehr Torschüsse durften zwar die Leverkusener verbuchen, zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr. Schlusspunkt war eine Rote Karte wegen Nachtretens für Bailey, danach pfiff der Referee ab. Damit führt die Rose-Elf die Tabelle mit drei Punkten Abstand vor dem BVB an.

Reus und Referee verletzt - BVB dreht nach der Pause auf

Zu einem Duell auf Augenhöhe begegneten sich Dortmund (mit Reus und Hummels) und Wolfsburg, das erstmals mit Nmecha in der Startelf auflief. Der U-21-Nationalspieler hatte in der ersten halben Stunde die einzige gute Chance der Partie, sein Lupfer klatschte an den Pfosten (22.). In der 28. Minute wurde es kurios: Sowohl Referee Welz als auch Reus verletzten sich und konnten nicht mehr weitermachen, Götze und Schiri-Assistent Thomsen kamen in die Partie. Vor den Toren tat sich bis zur Pause hingegen herzlich wenig, das änderte sich danach. Hazards Rechtsschuss in der 52. Minute saß genauso wie Guerreiros Linksschuss nur sechs Minuten später, von dem Doppelschlag erholten sich die Wölfe nicht mehr. Kurz vor Spielende bekam der BVB noch einen schmeichelhaften Handelfmeter zugesprochen, Götze stellte den 3:0-Endstand vom Punkt her.

Werder verlängert Remis-Serie in letzter Minute

Überraschungsteam Freiburg musste in Bremen antreten. In einer feurigen ersten Hälfte nutzte Rashica seine Schnelligkeit und stellte auf 1:0, doch die Freiburger ließen nicht locker. Zwar wurde der Kopfballtreffer Sallais wegen vorherigen Fouls an Klaassen die Anerkennung verwehrt (20.), doch in der 28. Minute stellte Petersen nach Riesenpatzer von Pavlenka auf 1:1, gleichzeitig der Halbzeitstand. Nach Wiederanpfiff ergab sich eine Chance für Rashica (53.), doch der Werder-Angreifer ließ die Gelegenheiten liegen. Nicht so Gebre Selassie, der in der 59. Minute per Kopf die erneute Bremer Führung erzielte. Doch das reichte auch nicht für Bremen, obwohl in der Schlussphase Freiburgs Haberer auch noch die Ampelkarte kassierte. In der Nachspielzeit köpfte Petersen aus spitzem Winkel zum 2:2 ein, fertig war Bremens fünftes Liga-Remis in Folge.

8:0! Leipzig zerlegt hilflose Mainzer

Mainz mit Aufwind nach dem 3:1 gegen Köln? Von wegen. Von Leipzig wurden die Rheinhessen wie schon unter der Woche Wolfsburg im Pokal (6:1) nach allen Regeln der Kunst zerlegt. Bereits zur Pause stand es 5:0 für die Sachsen, Sabitzer (5.), Werner (30.), Nkunku (35.), Halstenberg (39.) und nochmal Poulsen (44.) trafen für die Nagelsmann-Elf, ehe es in die Kabinen ging. Bereits in der 41. Minute nahm FSV-Coach Schwarz Stürmer Szalai für Latza vom Feld, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Doch es half nichts. Werner (48.) und Mukiele (50.) machten da weiter, wo RB vor der Pause aufgehört hatte. Auch danach ließ Leipzig nicht locker, zeigte aber im Abschluss nicht mehr die allerletzte Konsequenz. In der 87. Minute war dann aber Werner nochmal zur Stelle, es war seine sechste Torbeteiligung bei acht Treffern für die Sachsen.

Polter nervenstark: Union gewinnt Berliner Stadtderby

Erstmals stieg am Samstagabend das Berliner Stadtduell in der 1. Bundesliga, und beinahe hätte es mit einem Paukenschlag begonnen. In der 3. Minute setzte Unions Lenz das Leder an den Innenpfosten, Hertha-Keeper Jarstein wäre chancenlos gewesen. Danach jedoch waren Chancen bis zur Pause Mangelware. Lediglich Lukebakios Kopfball in der 14. Minute sorgte für etwas Aufregung, doch der Versuch war nicht platziert genug. Kurz nach der Pause musste Referee Aytekin die Partie für sechs Minuten unterbrechen, weil mehrere Pyro-Raketen auf das Spielfeld flogen. Das Derby war auch danach nichts für Feinschmecker, doch in den Schlussminuten wurde Gentner von Boyata im Strafraum gelegt. Polter übernahm die Verantwortung und verwandelte den Foulelfmeter zum 1:0 (90.). Das reichte dem Aufsteiger zum Sieg und damit zum zweiten Heimsieg in Folge. Auch danach flogen Raketen auf den Platz, ein Platzsturm drohte. Doch die Spieler beider Teams hielten ihre Fans letztlich erfolgreich davor zurück.

Hoffenheim nimmt Tuchfühlung mit den EL-Plätzen auf

Zum Auftakt des 10. Spieltags wurde am Freitagabend in Sinsheim beim Gastspiel des SC Paderborn bei der TSG ein Klassenunterschied deutlich. 1899 konnte nach Belieben schalten und walten und lag gegen phasenweise überforderte Ostwestfalen zur Pause nach Treffern von Skov (2., direkter Freistoß), Kaderabek (15.) und Locadia (26.) bereits klar mit 3:0 in Führung. Nach dem Seitenwechsel schaltete die TSG auf Verwaltung um, während der Aufsteiger Schadensbegrenzung betrieb und kaum mehr ins Risiko ging. Folglich plätscherte das Spiel weitgehend ereignislos dem Schlusspfiff entgegen. Hoffenheim meldete sich mit dem vierten Liga-Sieg in Serie endgültig im Rennen um die internationalen Fleischtöpfe zurück, während der SCP abgeschlagen Schlusslicht bleibt.

mas/las/drm