Viel Mitgefühl für Harada - Kritik an Routen in Xiamen

Ondra der Beste mit Seil - Voller Fokus auf Olympia-Quali

Adam Ondra

Holt den Gesamtweltcup im Lead-Klettern: Adam Ondra ist durch den Sieg in Xiamen nicht mehr zu verdrängen. IFSC/E.F.

Ondra schnappte sich mit dem hauchdünnen Sieg beim Lead-World-Cup im chinesischen Xiamen einen weiteren großen Erfolg. Der Weltmeister von Hachioji und Europameister von Edinburgh ist damit vom Japaner Kai Harada und dem erst 16-jährigen Spanier Alberto Ginés Lopez nicht mehr vom ersten Platz in der Gesamtwertung des Lead-World-Cups zu verdrängen.

300 Punkte weist der Tscheche nun auf, seine Verfolger liegen bei 189 bzw. 181 - der seit der WM in Japan am kleinen Finger der linken Hand verletzte Alexander Megos rangiert auf dem vierten Platz, wird diesen aber angesichts seiner Wettkampfpause noch verlieren.

Ondra freute sich natürlich über seinen Sieg in Xiamen, auch wenn er ursprünglich die Reise nach China nur angetreten hatte, "um ein zweites World-Cup-Resultat im Speed-Klettern zu bekommen, so dass ich beim Olympia-Qualifikationsevent in Toulouse Ende November starten kann", schrieb der Tscheche auf seinem Instagram-Account. Beim Geschwindigkeitsklettern an der 15-Meter-Wand schloss er als 50. von insgesamt 62 Teilnehmern ab mit einer Zeit von 8,435 Sekunden.

Doch nach dem Erfolg beim Lead-World-Cup im slowenischen Kranji (vor Kai Harada und Ginés Lopez) hat ihn der Triumph in der Lead-Jahreswertung zusätzlich gereizt.

"Wenig inspirierende Routensetzung" in Xiamen

Der Wettkampf in Xiamen am vergangenen Wochenende war dabei ein sehr enges Duell, was aus Ondras Sicht auch an der "wenig inspirierenden Routensetzung" lag. "Die Routen im Halbfinale waren die einfachsten, die ich jemals bei einem World Cup gesehen habe", so Ondra, der den Schwierigkeitsgrad bei "nicht mehr als 8a (Französische Skala, Anm. d. Red.)" einstufte. Die Aufgaben im Halbfinale und Finale befand er dann als wenig abwechslungsreich - "erst nur Leisten und dann nur Volumes".

Viel Mitgefühl für Harada und "kaum Freude" über den Sieg

Allerdings beging Ondra im Halbfinale nach eigener Aussage "einen riesigen Fehler", als er einen Griff übersah und anstelle einen Fußtritt mit der Hand benutzte. Damit "wurden die nächsten beiden Züge super schwierig", wie Ondra rückblickend sagte über seinen dann folgenden, vorzeitigen Sturz. Folglich ging er auf Platz zwei liegend ins Finale, so dass er mit dem Sieg seines Verfolgers Harada rechnete. Als der Japaner am letzten Griff etwas leichtsinnig stürzte, kam bei Ondra kaum richtige Freude auf. "Es tat mir unendlich leid, dass er den letzten Griff verfehlte. Ich konnte mich über den Sieg kaum freuen angesichts seines Fehlers und meinem fehlerhaften Auftritts im Halbfinale", so Ondra, der aber hinterherschob. "Das Wichtigste ist dennoch, dass ich den Lead-Gesamtweltcup gewonnen habe."

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Mit diesem erneuten Coup verabschiedete sich Ondra ins Training, um Ende November in Toulouse beim Qualifikationsevent im Olympic Combined das zu schaffen, was eigentlich sein Wettkampfziel Nummer eins in diesem Jahr war: "Tokio 2020 steht weiter über allem", sagte er nach der Siegereherung in Xiamen.

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bst