Vehs Zukunft beim 1. FC Köln bleibt ungewiss

"Wer Verantwortung trägt, soll auch das Sagen haben"

Kölns Geschäftsführer Armin Veh macht eine mögliche Verlängerung beim FC abhängig von der künftigen Aufteilung der Verantwortungsbereiche

Kölns Geschäftsführer Armin Veh macht eine mögliche Verlängerung beim FC abhängig von der künftigen Aufteilung der Verantwortungsbereiche. imago images

Ob Armin Veh über den Sommer 2020 Geschäftsführer des 1. FC Köln bleibt, darüber will er binnen der nächsten Wochen entscheiden. Der 58jährige - seit Dezember 2017 in Köln - ließ anlässlich eines Gesprächs mit dem Sender "Sky" seine Zukunft offen. Nicht aber, wie er die Voraussetzungen für diesen Job sieht. Da sprach Veh Klartext: "Wir sind im Fußball-Bereich mit reichlich Experten aufgestellt. Wichtig ist, dass die, die Verantwortung tragen, auch das Sagen haben. Ich habe die Verantwortung, werde im Zweifel entlassen, also entscheide ich auch." Sich nicht in die Entscheidungen reinreden lassen - das ist sein Credo, bei aller nötigen Kontrolle, die selbstredend akzeptiert wird.

Die Experten, von denen Veh sprach, stehen fast jeden Tag auf dem Rasen oder sitzen in den Büros, in denen die Zukunft geplant wird: Drei Trainer (Achim Beierlorzer, Manfred Schmid, André Pwalak) mit Fußballlehrer-Lizenz, einen Chef-Scout (Willy Kronhardt), der ebenso mit dem höchsten Qualifikationslevel ausgestattet ist wie die Nachwuchstrainer vom Regionalliga-Team bis zur U17 ebenfalls. Geballte Kompetenz, in der Tat, ergänzt mit Kaderplaner Frank Aehlig, der über eine Menge Erfahrung und ein riesiges Netzwerk verfügt.

Veh über Bornauw: "Ich würde nicht gegen ihn spielen wollen"

Gemessen wird die Arbeit dieser operativen Abteilung an den Ergebnissen in der Liga, aber auch an der Perspektive, die der Kader verspricht. Und da darf man in Köln einigermaßen beruhigt in die Zukunft schauen. Dafür spricht nicht allein der 18-jährige Noah Katterbach, der zuletzt zweimal ordentlich die linke Seite beackerte. Das Eigengewächs deutete seine Fähigkeiten an, soll behutsam aufgebaut werden. Einen Schritt weiter ist der erst 20-jährige Sebastiaan Bornauw. Der belgische U-21-Nationalspieler feierte am Sonntag beim 3:0 gegen den SC Paderborn nicht nur seine Trefferpremiere, er bestach vor allem durch bedingungslose Konsequenz in seinem Kerngeschäft als Innenverteidiger. Hatte er gegen Hertha und den alten Fuchs Vedad Ibisevic beim 0:4 noch mächtig Lehrgeld zahlen müssen, so zeigte er sich sowohl auf Schalke als auch am Sonntag gut erholt. Veh lobte den Blondschopf: "Sebastiaan besitzt unbestritten Klasse. Ich würde nicht gegen ihn spielen wollen." Die Defizite sieht er auch: "Er muss noch lernen, das weiß er. Aber er hat Zukunft, weil er ein richtig guter Spieler ist, der schnell lernt."

Ehizibue, Meré, Schaub & Co. sind Versprechen in die Zukunft

Auch Akteure wie Kingsley Ehizibue (24), Jorge Meré (22), Louis Schaub (24) oder Ellyes Skhiri (24) sind ein Versprechen in die Zukunft, können ein Spiel aber auch schon jetzt in der Gegenwart prägen. Dies alles spricht für einen Kader mit Aussicht nach oben, sollte das schwere erste Jahr in der Bundesliga überstanden werden. Davon ist Armin Veh übrigens überzeugt: "Ich bin mir sicher, dass sie es können." Und ebenso sicher ist er, dass diese Mannschaft nicht absteigt. Nicht sicher ist nur, ob er sie auf dem weiteren Weg begleitet.

Frank Lußem

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