Aufreger vor dem Ausgleich der Bielefelder

Hecking: "Das muss der Schiedsrichter pfeifen"

Dieter Hecking

War verärgert über den ausbleibenden Pfiff vor dem Ausgleich: HSV-Coach Dieter Hecking. imago images

"Wir haben zwei verschiedene Halbzeiten gesehen. In der ersten Hälfte haben wir ein richtig gutes Spiel gemacht. Wenn wir ein bisschen konsequenter sind, dann steht es 2:0 oder 3:0 zur Pause. Dann kriegen wir ein extrem bitteres Gegentor und haben dadurch ein bisschen den Faden verloren. Wir sind unter dem Strich mit dem Punkt zufrieden", fasste Hamburgs Mittelfeldmann Adrian Fein die Partie bei "Sky" passend zusammen.

Lukas Hinterseer hatte die Gäste nach einem krassen Fehlpass von Joan Simun Edmundsson in Führung gebracht. Anschließend hatten beide Teams Chancen auf weitere Treffer vor der Pause, jedoch blieb es beim 1:0. Nach dem Seitenwechsel dann der große Aufreger: Andreas Voglsammer schubste HSV-Defensivmann Joshua Vagnoman weg. Der Abwehrspieler geriet aus dem Tritt und verursachte deswegen eine Ecke. Schiedsrichter Frank Willenborg entschied nicht auf Foul. Den folgenden Standard köpfte Fabian Klos zum Ausgleich ein.

"Das ist auf jeden Fall ein klares Foul, kein schlimmes Foul, aber es ist eben eines. Das ist ein abgeklärter Spieler, der weiß, was er tut. Er bringt unseren Spieler aus dem Tritt. Wer den Josha in den vergangenen Wochen verfolgt hat, der weiß, dass er sonst so einen Pass ins Toraus nicht spielen würde. Jeder, der auch mal gekickt hat, hat das erlebt. Das musst du abpfeifen und dann ist Ruhe", hatte Boldt eine klare Meinung der Szene. Ähnlich sah es auch HSV-Coach Dieter Hecking. "Beim Ausgleichstor liegt aus meiner Sicht ein klares Foul vor, das muss der Schiedsrichter pfeifen", so der Trainer auf der Website der Rothosen.

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Nicht ganz so deutlich, aber in dieselbe Richtung ging Klos: "Ich habe schon im Spiel auf den ersten Blick gedacht, wenn er da Foul pfeift, können wir uns nicht beschweren. Jetzt, wo ich es sehe, bestätigt sich das ein bisschen. Aber es gab im Spiel immer wieder Szenen, in denen man in die eine oder andere Richtung hätte pfeifen können. Der HSV hatte immer noch die Möglichkeit, die Ecke zu verteidigen."

Beide Seiten hadern mit dem Schiedsrichter

Allgemein waren die Beteiligten nicht komplett zufrieden mit der Spielleitung des Unparteiischen. "Wenn ich Hamburg gewesen wäre, hätte ich das auch für mich reklamiert als Freistoß. Es gab sehr viele ähnliche Szenen, in denen beide Seiten mit den Entscheidungen nicht einverstanden waren. In dem Moment hatten wir Glück und machen daraus das Tor. Es gab heute viele 50:50-Entscheidungen, die komisch getroffen wurden", so Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus. HSV-Sportvorstand Boldt hätte sich derweil gewünscht, dass taktische Fouls eher geahndet worden wären: "Die Mannschaften wissen, wir sind eine Truppe, die gerne Fußball spielt, und sie versuchen mit vielen kleinen Dingen, uns aus dem Tritt zu bringen. Das ist auch legitim, aber ich finde, da muss man auch mal schauen, dass man sowas nicht immer toleriert und taktische Fouls auch einfach mal konsequenter bestraft."

Klos selbstkritisch

Am Ende gab es zwei Gelbe Karten, für Klos und kurz vor dem Ende für Cedric Brunner. Chancen gab es derweil noch eine große auf beiden Seiten, Klos ließ einen freien Kopfball liegen und Jeremy Duziak traf die Latte. "Ich bin am Ende relativ frei, den muss ich besser setzen und das muss ich mir ankreiden", so der Angreifer selbstkritisch über seinen vergebenen Hochkaräter. "Im Großen und Ganzen geht ein Unentschieden in Ordnung. Keine Mannschaft hätte es verdient, heute als Verlierer vom Feld zu gehen." Und Hinterseer sagte: "Den Punkt in Bielefeld nehmen wir so mit und sind weiterhin Tabellenführer." Der HSV führt das Tableau mit einem Punkt Vorsprung vor dem VfB Stuttgart an. Bielefeld rangiert mit zwei Zählern weniger auf Rang drei.

mst