Hofmann: "Pyro-Eklat spaltet die Fanszene" - Vereinsausschluss als Strafe

Mainz zwischen sportlicher Misere und Rekordzahlen

Mainzer Macher: Stefan Hofmann und Rouven Schröder (r.).

Mainzer Macher: Stefan Hofmann und Rouven Schröder (r.). imago images

"Wir sind deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben", betonte der Vorstandsvorsitzende Stefan Hofmann in seinem Bericht in Bezug auf die laufende Spielzeit. Im Mittelpunkt seiner Rede stand der Pyro-Eklat von Kaiserslautern, wo der Klub im DFB-Pokal ausgeschieden war. Das DFB-Sportgericht verhängte inzwischen eine Strafe von 166.000 Euro. "Die Vorkommnisse haben unsere Fan-Landschaft gespalten", konstatierte Hofmann.

Dass noch keine Täter bekannt wurden, führt er auf ein langwieriges Ermittlungsverfahren von Polizei und Staatsanwaltschaft zurück, "das eine Detail- und Detektivarbeit ist". Bestandteil des Verfahrens sind auch die Videobilder aus dem Stadion, die dem Klub nicht zugänglich seien. Wenn die Pyro-Zündler ermittelt sind, will der FSV laut Hofmann "Stadionverbote, Regressforderungen und Vereinsausschlüsse" durchsetzen.

Die sportliche Misere mit nur sechs Punkten aus acht Bundesligaspielen plus Pokal-Aus beschäftigt naturgemäß auch Sportvorstand Rouven Schröder, der an die Mitglieder appellierte, "Vertrauen, Respekt und das Wir-Gefühl" beizubehalten, "damit Mainz 05 der besondere Verein bleibt, der er ist". Schröder erinnerte daran, dass der Klub in der elften Saison nacheinander erstklassig ist, hob aber gleichzeitig den Finger: "Wenn wir weiter so spielen wie am Samstag in Düsseldorf, wird es kein zwölftes Jahr geben."

145 Millionen Euro Umsatz, 15,8 Millionen Euro Gewinn

Die Rekordergebnisse der vergangenen Saison präsentierte Finanzvorstand Dr. Jan Lehmann. Der Umsatz stieg von 114,1 Millionen Euro in der Spielzeit 2017/18 auf 145,4 Millionen Euro 2018/19. Der Jahresüberschuss vergrößerte sich von 3,3 auf 15,8 Millionen Euro, das Eigenkapital erhöhte sich von 33,7 Millionen Euro zum 30. Juni 2018 auf 49,5 Millionen zum 30. Juni 2019. Ausschlaggebend für das Wachstum war ein neuer Transferrekord. Die Verkäufe von Abdou Diallo, Suat Serdar, Yoshinori Muto und Co. spülten 55,9 Millionen Euro in die Kasse.

"Diese Zahlen sind nicht so jedes Jahr zu wiederholen", schränkte Lehmann ein. Für die laufende Saison erwartet er einen Umsatz von 119,8 Millionen Euro und einen Gewinn nach Steuern von 1,2 Millionen Euro. "Es ist auch nicht so, dass wir jetzt 16 Millionen Euro auf dem Konto zur Verfügung haben. Durch die Abschreibung verschieben sich die Aufwendungen teilweise in die Zukunft", erläuterte der Finanzvorstand.

Michael Ebert