Coach beklagt fehlende Defensiv-Konsequenz

Kohfeldt: "Das ärgert mich schon"

Werder-Trainer Florian Kohfeldt

Nicht ganz zufrieden: Werder-Trainer Florian Kohfeldt. imago images

Kohfeldt setzte bei seiner Analyse ganz bewusst einen zweiten Schwerpunkt: "Es wäre auch ein guter Tag gewesen, um einfach mal kein Tor zu kassieren."

Dies ist den Grün-Weißen in der laufenden Saison noch kein einziges Mal gelungen. Und im heimischen wohninvest Weserstadion musste die Kohfeldt-Truppe nun sogar schon zum zehnten Mal hintereinander mindestens einen Gegentreffer quittieren. "Das ärgert mich schon", gesteht der Fußballlehrer. Etliche Gegentore in dieser Spielzeit ließen sich freilich auch mit mangelnder Abstimmung erklären, bedingt durch häufig wechselnde Formationen, die von der Verletztenmisere erzwungen worden waren. Den Berliner Ausgleich am Samstag zählte Kohfeldt aber ganz ausdrücklich nicht in diese Kategorie. Sondern: "Da waren wir einfach nicht konsequent, und das kostet uns Punkte."

Vordergründig war Rechtsverteidiger Theo Gebre Selassie der Hauptverantwortliche, der sich vom Torschützen Dodi Lukebakio hatte austanzen lassen. Den Tschechen nahm Kohfeldt jedoch in Schutz: "Wir dürfen Theo nicht ohne Schutz des Rückens in so eine Situation kommen lassen. Dann muss er beide Seiten abdecken - und das ist unmöglich gegen einen so variablen Spieler, der mit einem solchen Tempo kommt." Innenverteidiger Milos Veljkovic eilte so gesehen letztlich zu spät zu Hilfe. Schon vorher hatte der zurückgesprintete Joshua Sargent einen Tick zu lange gezögert, statt den Berliner Konter ganz entschlossen zu unterbinden.

Die zurückgewonnene spielerische Linie allein ist eben noch kein Garant für Erfolg. "Es hat etwas mit Konsequenz zu tun, hinten und vorne", bringt es Kohfeldt auf einen ebenso einfachen wie klaren Nenner. Wie diese Konsequenz sich den Profis vermitteln lässt, ist dagegen ein wesentlich komplizierteres Thema.

Thiemo Müller

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