Düsseldorf: Feuer und ein Wohlfühl-System

Fortunas Faktoren für den zweiten Saisonsieg

Andre Hoffmann

"Da war richtig Feuer drin": Andre Hoffmann. imago images

Wie schon phasenweise in Mönchengladbach hatte Friedhelm Funkel seine Mannschaft gegen Mainz in einem 3-4-3 formiert, das nach einem Ballverlust zu einem 5-3-2 wurde. Von dieser Vorgabe wichen die Fortunen auch nach der Pause nicht ab, trotz Überzahl.

Die Spieler, so Funkel hinterher, hätten ihn in der Halbzeitpause in der Kabine darin bestärkt, auch mit einem Mann mehr auf dem Platz nicht von dem System abzuweichen, in dem sich seine Schützlinge offensichtlich sehr wohl fühlen. "Im Schnitt hatten wir vorher zwei Gegentore pro Spiel, das ist zu viel, das können wir uns nicht erlauben", resümierte Mittelmann Andre Hoffmann hinterher. "Mit einem Innenverteidiger mehr, das System hat uns allen da hinten in der Kette ein Stück Sicherheit gegeben. Jeder konnte voll draufgehen, und es war auf jeden Fall richtig, auch nach dem Platzverweis so weiter zu spielen. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses System auch in den nächsten Wochen eine Alternative sein kann."

Wir sind nicht bekannt als Mannschaft, die in der Lage ist, einen Gegner auseinander zu spielen.

Andre Hoffmann

Nach holprigem Beginn steigerte sich die Fortuna und war erst recht in Überzahl das dominante Team. Aber: "Wir sind nicht bekannt als Mannschaft, die in der Lage ist, einen Gegner auseinander zu spielen", so Hoffmann. "Deshalb war es nach der Roten Karte gar nicht so einfach für uns, wie es vielleicht viele dachten."

Dennoch: Fortuna zeigte über 90 Minuten ein ganz anderes Auftreten als zuletzt noch bei der schwachen Vorstellung in der Hauptstadt. "Die Niederlage in Berlin hat uns sehr gewurmt, deshalb wollten wir unbedingt den ersten Heimsieg erzwingen", erzählte Hoffmann. "Es war sicher kein Spektakel und kein herausragender Fußball von uns. Aber wir haben die Tugenden auf den Platz gebracht, die uns in den vergangenen Jahren stark gemacht haben. So müssen wir unbedingt weitermachen."

Denn erstmals in dieser Saison stand bei der Fortuna wieder die Null. "Extrem wichtig war es, endlich mal ohne Gegentor zu bleiben", versichert Hoffmann. "Das waren wir ja auch Zack Steffen schuldig."

Hoffmann hatte jedenfalls so eine Ahnung, dass der erste Heimsieg fällig wäre. "In der Länderspielpause ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen, das hat man in den Trainingseinheiten gemerkt, da war richtig Feuer drin", so der Innenverteidiger. "Und dieses Feuer hat man auf dem Platz auch gesehen."

Oliver Bitter

kicker.tv Hintergrund

Im Video: Salihamidzic lächelt Funkels Kritik an Bayern weg

alle Videos in der Übersicht