Gruppenphase in Berlin vorüber

Südkorea zurück an der Spitze - EUphorie bei den Worlds

Die Europäer feiern das Weiterkommen bei den Worlds.

Die Europäer feiern das Weiterkommen bei den Worlds. lolesports

Eine umkämpfte Rivalität zwischen Europa und Nordamerika bekamen die Zuschauer der Worlds dieses Jahr nicht geboten. Schon bei den vergangenen Turnieren hatte sich abgezeichnet, dass sich die Schere zwischen den beiden Regionen immer weiter öffnet, die aktuelle Weltmeisterschaft markiert jedoch einen neuen Extrempunkt: Von den drei LCS-Mannschaften aus Nordamerika kam nicht eine weiter, die drei LEC-Teams aus Europa erreichten allesamt das Viertelfinale.

Nordamerika verzweifelt

Besonders bitter ist das Aus für Team Liquid. Vor Sonntag stand die Mannschaft von Starspieler Yiliang 'Doublelift' Peng noch bei einer Bilanz von 2:1, wie auch Damwon und Invictus Gaming in Gruppe D. Da Liquid in der Rückrunde aber nur gegen Außenseiter ahq gewinnen konnte, muss das Team nun die Heimreise antreten. Für 'Doublelift' ist es bereits das vierte Jahr in Folge, dass seine Mannschaft mit einer 3:3-Bilanz und einem Sieg zu wenig ausscheidet. "Mehr als jemals zuvor glaube ich, dass wir ein starkes Team waren, aber schlichtweg Pech hatten. Das ist so deprimierend", sprach sich Peng auf Social Media infolge der finalen Niederlage aus.

Das Aus des LCS-Champions entfachte erneut die Diskussion, was nötig sei, damit Nordamerika in der Weltspitze mithalten kann. Mehre Experten, aber auch Teamchefs und Kommentatoren, sprachen die Server, SoloQ-Umgebung, Ligaformat und Talentförderung als größte Problempunkte an. Eine Generealüberholung scheint notwendig. Oder um es mit den Worten von C9-Boss Jack Etienne zu sagen: "Wir müssen uns eine andere Strategie überlegen, denn so funktioniert es nicht."

Europa jubelt

'Rekkles', 'Xerxe' und 'Caps' (v.l.n.r.) stehen repräsentativ für die drei europäischen Viertelfinalisten auf der Bühne.

'Rekkles', 'Xerxe' und 'Caps' (v.l.n.r.) stehen repräsentativ für die drei europäischen Viertelfinalisten auf der Bühne. lolesports

Auf der anderen Seite stehen die drei europäischen Mannschaften: G2 Esports, Splyce und Fnatic sind allesamt als Gruppenzweite weiter. Nach der Hinrunde war das noch nicht abzusehen. Splyce und Fnatic steigerte sich jedoch drastisch in der zweiten Wochenhälfte und konnten nahezu alle ihre Begegnungen gewinnen - einzig im Tiebreaker gegen FunPlus Phoenix unterlag Splyce. Fnatic beeindruckte derweil mit Siegen gegen Turnierfavorit SK Telecom T1 und Royal Never Give Up. Das reichte für das Überstehen der vermeintlichen Todesgruppe und rührte Teamkapitän Martin 'Rekkles' Larsson sogar zu Tränen.

G2 Esports verpatzte das Ende der Gruppenphase derweil. Nach fünf Siegen in Folge, setzte es zum Abschluss noch zwei Niederlagen gegen Griffin. Die Südkoreaner spielten den europäischen Meister in beiden Begegnungen an die Wand und feierten klare Siege. Das bereitet mit Blick auf das Viertelfinale Sorgen. Andererseits zeigte das Team des deutschen Trainers Fabian 'GrabbZ' Lohmann in der Vergangenheit bereits, dass sie solche Niederlagen nicht aus dem Konzept bringen. Er sprach nach den Niederlagen zudem an, wie wichtig es sei, für die eigenen Fehler bestraft zu werden, um daraus zu lernen.

Südkorea dominiert

Noch besser als Europa stellten sich die südkoreanischen Teams an. Griffin, SK Telecom T1 und Damwon Gaming zogen allesamt als Gruppenerste ins Viertelfinale ein. Nach einer etwas enttäuschenden WM im Vorjahr sendet dieses Ergebnis ein klares Zeichen an die Konkurrenz: Südkorea ist zurück und bereit, den Thron wieder zu erklimmen.

Im Viertelfinale kommt es gleich zwei Mal zum Aufeinandertreffen Europa gegen Südkorea. Splyce trifft auf SK Telecom T1 und G2 Esports muss gegen Damwon Gaming ran. Fnatic bekommt es derweil mit FunPlus Phoenix aus China zu tun, während sich Titelverteidiger Invictus Gaming mit Griffin misst. Ausgetragen werden die Begegnungen am 26. und 27. Oktober in Madrid.

Christian Mittweg