Hoffenheims Trainer über den zweiten Erfolg in Folge

Besser als Bayern? Schreuders Schalke-Lob lässt aufhorchen

Schreit die Freude heraus: Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder nach dem Treffer zum 2:0.

Schreit die Freude heraus: Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder nach dem Treffer zum 2:0. imago images

Sechs gute Gelegenheiten hatte Schalke allein bis zum Pausenpfiff, doch keiner der Abschlüsse fand seinen Weg ins Tor. Die Hoffenheimer kamen mit dem griffigen und körperbetonten Spiel der Königsblauen schlecht zurecht, über einen Rückstand hätte sich niemand beschweren dürfen. Doch es ging mit dem 0:0 in die Kabine - und Schreuder konnte sein Team umstellen: Fortan agierte seine Hintermannschaft mit einer Fünferkette und in der Gesamtausrichtung deutlich defensiver. "Weil wir wussten, dass wir im Konter mehr Räume bekommen", erklärte der Niederländer anschließend bei "Sky".

Zwei Tore, zwei Geschichten

Und dem war so. Der zu diesem Zweck eingewechselte Ihlas Bebou bekam zweimal die Kugel, machte ordentlich Meter und kam jeweils zum Abschluss. Kurz vor Schluss setzte der Sommerneuzugang von Hannover 96 mit dem 2:0 den Deckel drauf. "Wenn wir ihn bringen können und das Spiel offen ist, ist er brutal wichtig. Dann hat er Tempo und Raum und das braucht er", meinte Schreuder, der den Auftritt seines Angreifers lobte: "Das war natürlich brutal, was er in der zweiten Hälfte geleistet hat."

Bebous erster Abschluss hatte wegen einer starken Parade von Schalkes Schlussmann Alexander Nübel zwar nicht direkt seinen Weg in die Maschen gefunden, doch Abstauber Andrej Kramaric besserte aus. Und auch dieses Tor erzählt seine eigene Geschichte: Der Kroate fiel zuletzt drei Monate wegen der Folgen einer Knie-Operation aus und kam in dieser Saison zuvor noch gar nicht zum Einsatz. Gegen Schalke stand er etwas überraschend in der Startelf und spielte noch überraschender gleich durch. "Das war nicht der Plan", gab Schreuder anschließend zu. Verletzungsbedingt habe er seine Wechselmöglichkeiten jedoch anders aufbrauchen müssen.

Schreuder lobt Kramaric über den Klee

Und wer weiß? Vielleicht hätte es so Kramaric bei den ersten beiden Personalwechseln getroffen und er wäre bei seinem wichtigen Führungstreffer nicht mehr auf dem Platz gewesen. Doch so brachte der 28-Jährige Hoffenheims zweiten Erfolg in Folge in die Spur. Für Schreuder kein Zufall: "Krama ist einer unserer besten Spieler - mit Abstand. Er gibt der Mannschaft Ruhe."

Durch den Erfolg verhinderten die Sinsheimer Schalkes Sprung an die Tabellenspitze und kletterten selbst auf den elften Rang. Vor allem wegen der Umstände forderte Schreuder jedoch, "bodenständig" zu bleiben. Schließlich sei die eigene Darbietung "heute nicht unser bestes Spiel" gewesen. Bei aller Selbstkritik hob Schreuder gleichzeitig die für ihn außergewöhnliche Leistung des Gegners hervor: "Schalke war bis jetzt der beste Gegner, gegen den wir gespielt haben." Angesichts dessen, dass die Kraichgauer erst vergangene Woche beim FC Bayern auftraten, ein großes Lob für die Königsblauen.

Schreuder lobt die Entwicklung

Mit dem eingeschlagenen Weg seiner Mannschaft ist Schreuder indes mehr als zufrieden: "Natürlich sind wir stolz auf die Jungs. Wir machen eine brutale Entwicklung durch, hatten viele Wechsel im Kader und Neuzugänge. Wir haben viele Talente mit ein paar Topspielern, das entwickelt sich weiter."

mxb