Unterschiedliche Gefühlswelten in Köln und Paderborn

Baumgart: "Die weiße Fahne hissen wir noch nicht"

Steffen Baumgart

Macht mit dem SCP eine schwere Zeit durch: Steffen Baumgart. imago images

"Man hat gesehen, dass es ein Nervenspiel war", sagte Veh nach Abpfiff am "Sky"-Mikro und zeigte sich sichtlich erleichtert über den ersten Heimdreier der laufenden Saison. "Wir hatten alle Heimspiele verloren und auch in der 2. Liga die letzten Heimspiele nicht gewonnen", blickte Veh zurück, wohlwissend, dass die Geißböcke letztmals am 9. März beim 5:1 gegen Bielefeld zu Hause einen Dreier bejubeln durften.

"Der Sieg war unheimlich wichtig", stellte der 58-Jährige fest und führte aus: "Es hilft unheimlich. Sonst hast du noch mehr Druck." Nun aber ist der Druck ein wenig abgefallen, auch von FC-Trainer Achim Beierlorzer. "Wenn du nach sieben Spieltagen nur vier Punkte und kein Heimspiel gewonnen hast, dann macht das natürlich mit jedem was - auch mit dem Trainer", stellte Veh fest und verriet, dass dies bei Beierlorzer spürbar war. "Ich merke das."

Baumgart gibt nicht auf - Paderborn auf historisch schlechtem Kurs

Dieser Logik zufolge dürfte sich also der Druck bei Paderborns Trainer Baumgart wieder ein Stückchen weiter aufgebaut haben, immerhin wartet der noch immer mit dem SCP auf den ersten Sieg - und das erste Zu-null-Spiel in der Bundesliga. "Meine Jungs machen, meine Jungs tun", hob der 47-Jährige die Einsatzbereitschaft seiner Spieler zwar hervor, stellte aber zugleich auch fest, dass man zu viele entscheidende Fehler gemacht habe. "Wir haben gewollt, haben aber nicht das durchsetzen können, was wir uns vorgestellt hatten", fasste Baumgart zusammen und gab zu, dass der Kölner Sieg ob des klaren Chancenplus' "in Ordnung" gehe.

Baumgart betonte, dass man in Paderborn grundsätzlich wisse, wo man herkomme und was es braucht, um zu bestehen. "Wir müssen jede Woche an unsere Grenzen gehen", sagte der Trainer wohl mit Blick auf die sportlichen wie finanziellen Möglichkeiten des SC Paderborn im Vergleich zur Bundesliga-Konkurrenz. Baumgart weiß, dass der Klassenerhalt kein leichtes Ziel ist, gibt sich aber dennoch kämpferisch: "Wir gucken, dass wir noch die Punkte holen, die wir brauchen. Die weiße Fahne hissen wir noch nicht."

Fakt ist: Paderborn hat nach acht Spieltagen erst einen Punkt - so schlecht waren in der Bundesligageschichte nur noch der 1. FC Saarbrücken (1963/64) und der 1. FC Köln (2017/18), die beide jeweils am Ende auch als Tabellenletzte abstiegen. Der SC Paderborn wird dieses Schicksal sicherlich vermeiden wollen und braucht daher dringend ein Erfolgserlebnis. Ob es kommende Woche im Heimspiel gegen Düsseldorf (Samstag, 15.30 Uhr) dazu kommt?

Dagegen werden die Kölner, die nun vier Punkte aus den letzten beiden Spielen holten, ihren Aufwärtstrend im nächsten Keller-Duell fortführen wollen. Der FC ist am Freitag beim Vorletzten Mainz 05 zu Gast. Wieder also "ein Spiel, in dem es für beide Mannschaften um sehr viel geht", wie Veh betonte. Wie gut für die Kölner, die dann mit weniger Druck auflaufen können.

drm

Bilder zur Partie 1. FC Köln - SC Paderborn 07