Bayern-Coach nach 2:2 in Augsburg angefressen

Kovac sauer: "Wir bringen uns um unseren Lohn"

Niko Kovac

Sichtlich angefressen: Bayern-Trainer Niko Kovac. imago images

"Wir sind denkbar schlecht ins Spiel gestartet", begann Kovac seine Ausführungen. Und tatsächlich war das zwischenzeitliche 0:1 aus Münchner Sicht der erste abzuarbeitende Punkt auf der FCB-Mängelliste, denn den Treffer hatte Augsburgs Marco Richter bereits nach 27 Sekunden erzielt. "Das darf uns nicht passieren", schimpfte Kovac - schließlich hätten er und sein Trainerstab "vorher noch darauf hingewiesen".

"Wach sein" lautete das Credo. "Wir dürfen nicht erst nach fünf Minuten da sein. Dann hatten wir aber alles im Griff", sagte er, hatte dabei aber wohl eine weitere Großchance durch Richter (9.) sowie diverse Wackler im Defensivverbund übersehen respektive vergessen. Über die gesamte Spieldauer gesehen, hatten die Bayern allerdings die Kontrolle inne: 78 Prozent Ballbesitz, 768 gespielte Pässe und 24 abgegebene Torschüsse waren in der Statistik verbucht. Dass von diesen 24 Versuchen jedoch nur zwei ins Tor gingen und der Großteil der Chancen teils leichtfertig vergeben wurde, stieß den Kroaten sauer auf. "Wir hatten den Ball und Riesen-Chancen, machen sie aber nicht rein. Das ärgert mich."

In dieselbe Kerbe schlug auch Serge Gnabry. Der Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:1 hatte zwar ein "super Spiel" seiner Mannschaft und eine Partie, die Bayern "die ganze Zeit kontrolliert" hatte, gesehen. Den betriebenen Chancenwucher bemängelte der 24-Jährige jedoch ebenfalls. Hätte man die "hundertprozentigen Chancen" kurz vor Schluss - Kingsley Coman (79.) und der eingewechselte Thomas Müller (90.) vergaben freistehend - gemacht, "ist der Sack zu", so der Nationalspieler.

Letztlich kam es anders: Mit einer Joker-Koproduktion um Alfred Finnbogason und Sergio Cordova schlug Augsburg in der ersten Minute der Nachspielzeit zu und Erstgenannter markierte den 2:2-Endstand. "Wir waren zu fahrlässig. Dann passiert leider so etwas. Das ist der Fußball", bewertete Gnabry das Geschehene am "Sky"-Mikrofon pragmatisch - im Gegensatz zu seinem Coach: "Wir bringen uns um unseren Lohn", so Kovac. "Unser gutes Spiel geht jetzt unter."

kög