Augsburg: Anfällige Abwehr als großes Problem

Wie kriegt Schmidt den Laden dicht?

FCA-Coach Martin Schmidt

Hat er noch genug Rückendeckung im Team? FCA-Coach Martin Schmidt. picture alliance

Die Abwehr des FCA ist nicht erst seit dieser Saison unheimlich anfänglich. Schon Manuel Baum bekam das Problem nicht in den Griff, unter Martin Schmidt setzte es sich fort. Nach zwei befreienden Auftaktsiegen mit dem Schweizer gewann der FCA saisonübergreifend nur noch eines der letzten elf Spiele. Und kassierte in diesem Zeitraum im Schnitt 3,18 Gegentore pro Partie. Allein in dieser Spielzeit waren es je fünf in Dortmund und Gladbach, je drei gegen Leverkusen und Bremen.

Schmidt führte in den ersten Wochen der Saison immer wieder fehlende Abstimmung in Folge des personellen Umbruchs und später Transfers als Erklärungen an. Ein Argument, das im August noch nachvollziehbar war, aber Mitte Oktober nicht mehr zählen darf. "Es gibt keine Ausreden mehr. Es darf ab sofort besser werden", hat auch Klubboss Klaus Hofmann während der Länderspielpause gegenüber der Augsburger Allgemeinen gesagt.

Zweifel an Schmidt und seinem Wirken

Eine klare Ansage an Mannschaft und Trainer. Schmidt braucht dringend Fortschritte und bessere Ergebnisse, bei weiteren Auftritten wie in Gladbach könnte es für den Trainer bald eng werden. Während Hofmann und Manager Stefan Reuter zuletzt einhellig erklärten, dass der Trainer "nicht das Thema" sei, gibt es innerhalb der Mannschaft bereits seit längerem Zweifel an Schmidt und seinem Wirken.

Der 52-Jährige muss überzeugende Lösungen finden, vor allem in der Defensive. Sein Plan, mutig zu attackieren und hoch zu verteidigen machte den FCA bislang vor allem: anfällig. Nur Augsburg kassierte schon fünf Gegentore nach Kontern. Das Team ließ bereits 60 gegnerische Chancen zu, mehr als jede andere Mannschaft der Liga.

Systemänderung gegen Bayern?

Lässt Schmidt gegen Bayern also tiefer verteidigen? Oder ändert er das System? Denkbar wäre eine Variante mit drei Sechsern: Reece Oxford, Rani Khedira und Jan Moravek (oder Daniel Baier, falls der Kapitän doch rechtzeitig fit wird). Mit Jeffrey Gouweleeuw wäre auch die Umstellung auf eine Dreier-/Fünferkette in der Abwehr möglich. Wenn der Niederländer nach langer Verletzungspause schon bereit für die Startelf ist, könnte er als zentraler Mann zwischen Felix Uduokhai und Tin Jedvaj agieren. Diese taktische Variante wählte Schmidt gegen den FC Bayern schon einmal, im März 2016 mit Mainz. Er gewann in München mit 2:1.

David Bernreuther

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