SC-Trainer hat Respekt vor lautstarken Union-Fans und großen Spielern

Streich: "Kann mir ja Ohrstöpsel reinmachen"

"Es ist für Union ein schwieriges Spiel und ich hoffe, dass es wirklich so ist": Freiburgs Trainer Christian Streich. imago images

"Es wird wahnsinnig laut, wie in Magdeburg schätze ich", sagte Streich, der sich im Erstrunden-Pokalspiel bei Drittligist Magdeburg gewundert hatte, welchen Lärm 14.000 Zuschauer in einem Stadion veranstalten können, das nicht mal ausverkauft war. "Aber ich kann mir ja Ohrstöpsel reinmachen", scherzte der SC-Coach. Er will sein Team nicht nur auf die besondere Stimmung in der Alten Försterei vorbereiten, sondern vor allem einen "hochaggressiven" Gegner. "Ich kenne solche Spiele und weiß, was da in dir los ist", sagte Streich, "es ist für Union ein schwieriges Spiel und ich hoffe, dass es wirklich so ist."

"Sechs Spieler größer als 1,88 Meter"

Dass der Aufsteiger mit vier Punkten auf dem Relegationsplatz steht, spiegelt für ihn nicht die Leistung wider. "Sie spielen Fußball und haben eine klare Strategie, es fehlt ihnen manchmal nur ein Stück Effizienz und Ruhe", sagte Streich, der Sebastian Andersson als einen der kopfballstärksten Stürmer der Liga bezeichnete. Der 1,90 Meter große Schwede gehört zu den vielen großen Berliner Spielern, auf die das SC-Trainerteam die eigene Mannschaft ebenfalls vorbereitet. "Wenn sie so spielen, wie wir es erwarten, dann sind sechs Spieler größer als 1,88 Meter", erklärte Streich. Das habe sein Co-Trainer Florian Bruns herausgefunden.

Nur 20 Prozent der 15 Tore erzielte der SC durch Standards

Allerdings habe die Mannschaft bislang wenig Probleme bei der Verteidigung von Standards gehabt. Zwei der bislang sieben Gegentore fielen nach ruhenden Bällen, was Streich gemessen an der Anzahl der zugelassenen Ecken "eigentlich ganz gut" findet. "Bei uns ist eher Thema, dass wir da offensiv nicht gefährlich genug sind und Verbesserungsbedarf haben." Die Statistik bestätigt ihn, denn nur 20 Prozent der 15 Tore erzielte der SC durch Standards (zwei Elfmeter, ein Treffer nach einem Einwurf), in den beiden Vorsaisons lag der Wert bei 42 Prozent (2018/19) und 56 Prozent (2017/18), was im Ligavergleich Rang zwei und eins bedeutete.

Die Freiburger freuen sich jedoch über die vielen Tore aus dem Spiel heraus und reisen nach drei Siegen in den bisherigen drei Auswärtsspielen mit viel Selbstvertrauen in die Hauptstadt. "Wir sind zufrieden, aber nicht bequem hoffe ich", sagte Streich.

Daniela Frahm

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