Mitgliederversammlung in Freiburg

Sport-Club ist ein "durch und durch kerngesunder Verein"

Freut sich über gute Zahlen des Sport-Club: Freiburgs Finanzvorstand Oliver Leki.

Freut sich über gute Zahlen des Sport-Club: Freiburgs Finanzvorstand Oliver Leki. picture alliance

Der tosende Applaus der 840 SC-Mitglieder im Freiburger Konzerthaus trieb dem neuen DFB-Präsidenten Fritz Keller wieder Tränen in die Augen, wie schon bei der Verabschiedung im Schwarzwald-Stadion vor dem Spiel gegen Dortmund. Jetzt hat er endgültig beim Sport-Club "den Schlüssel abgegeben, aber nicht den Löffel", wie er scherzte. Aber er kündigte an, weiterhin rote SC-Socken zu tragen. "Wir sind 25 Jahre durch dick und dünn gegangen, haben immer zusammengehalten und immer an den Werten festgehalten", betonte Keller nach der Mitgliederversammlung, die er nur noch als Zuschauer erlebte. Den Verein bezeichnete er als "einzigartig" und als Vorbild. "Das Wichtigste für den Fußball wird sein, dass mehr so gehandelt wird, wie wir es beim SC immer gemacht haben: Heute ist wichtig, morgen ist wichtiger und am wichtigsten ist übermorgen", sagte Keller.

Um die Zukunft abzusichern, baut der Sport-Club derzeit im Westen der Stadt ein neues Stadion, auf das Finanzvorstand Oliver Leki in seinem Jahresbericht ausführlich einging. Denn mit dem knapp 35.000 Zuschauer fassenden Stadion (bisher 24.000) und den erstmals vorhandenen Logen werde der Verein die große Abhängigkeit von den Fernsehgeldern etwas verringern können. Mit rund 45 Millionen Euro sind sie weiterhin die größte Einnahmequelle des SC.

Rekordergebnis des Vorjahres knapp verpasst

Wirtschaftlich hat der Sport-Club nicht ganz das Rekordergebnis des Vorjahres erreicht, als der Umsatz die 100-Millionen-Euro-Marke knackte, lag mit 96,1 Millionen Euro aber nur knapp darunter. Der Überschuss sank von 11,1 auf 6,9 Millionen Euro. Leki bezeichnete das als "ordentliches Ergebnis" und den SC als "durch und durch kerngesunden Verein".

76 Millionen Euro Eigenkapital

Der Sport-Club habe jedoch "den Ehrgeiz, den Abstand zum Mittelbau der Liga zu verringern", sagte Leki, als er den Mitgliedern Vergleichszahlen von anderen Vereinen vorlegte, die seit diesem Jahr erstmals von der DFL veröffentlicht werden. Mit den Mitkonkurrenten Mainz und Augsburg sei der SC "auf Augenhöhe", allerdings habe der SC mit 76 Millionen Euro mit Abstand das höchste Eigenkapital, Bayern und der BVB seien hingegen "Lichtjahre entfernt". Die gute Finanzlage habe es dem SC ermöglicht, "auch mal so eine Transferpolitik hinzulegen wie in diesem Jahr", in dem keine Leistungsträger abgegeben wurden und am Ende der Transferperiode auch noch der zuvor nicht eingeplante Rückkehrer Vincenzo Grifo verpflichtet wurde - "nicht für Kleingeld", wie Leki betonte.

Julian Schusters Arbeit ist "gewinnbringend"

"Wir haben die Gruppe beinahe komplett zusammengehalten und gute neue Spieler dazu bekommen", sagte auch Sportvorstand Jochen Saier, der sich in seinem Bericht auch mit den Transfers der Vorsaison zufrieden zeigte. Die externen Neuzugänge seien allesamt potenzielle Startelf-Kandidaten gewesen. Außerdem hätten sieben Spieler aus der eigenen Ausbildung gezeigt, welche gute Arbeit in der Freiburger Fußballschule geleistet werde. "Derzeit gehören fünf zum engeren Stamm der Profis, das ist ein absoluter Topwert", sagte Saier. Die Arbeit des langjährigen SC-Kapitäns Julian Schuster als Verbindungstrainer habe sich schon im ersten Jahr als "gewinnbringend" erwiesen, "um unsere Toptalente noch enger zu begleiten".

Eine deutliche Steigerung gab es erneut bei den Mitgliedern, deren Zahl von 17.000 auf derzeit rund 22.000 stieg. Hier dürfte das neue Stadion ein wichtiger Grund sein, denn Mitglieder haben bei der Dauerkartenvergabe Vorrechte. 19.000 haben sich bereits dafür registriert, wie Leki bei der Sitzung berichtete. Mit der Suche nach einem Nachfolger für Fritz Keller will sich der Verein Zeit lassen, wie der Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich Breit betonte, der für den zurückgetretenen Keller die Sitzung leitete. Der Verein sei weiterhin "vollständig handlungsfähig nach innen und nach außen" und er wolle es deshalb so halten wie in der Vergangenheit, "wichtige Entscheidungen mit Sorgfalt und Ruhe zu treffen".

Daniela Frahm

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