Ex-Nationalspieler über seine schwierige Zeit bei Arsenal

Özil wehrt sich: "Ich habe einen Vertrag und so lange bleibe ich"

Mesut Özil

142 Minuten Spielzeit in dieser Saison: Mesut Özil hat einen schweren Stand bei Arsenal. imago images

Im Frühling 2018 endete eine Ära, als Arsene Wenger nach 22 Jahren seinen Rückzug vom FC Arsenal verkündete. Mit ihm verlor der Verein nicht nur einen Trainer, der drei Meistertitel, sieben Pokalsiege und einen revolutionären Fußball nach Nordlondon gebracht hatte, mit ihm verlor auch Mesut Özil seinen größten Fürsprecher.

Unter Nachfolger Unai Emery hat der Ex-Nationalspieler einen schweren Stand, kam in dieser Saison nur in zwei von elf Pflichtspielen zum Einsatz und stand mehrmals nicht einmal im Kader. Ein 71-Minuten-Einsatz im Ligapokal (5:0 gegen Nottingham) und ein 71-Minuten-Einsatz in der Liga (2:2 in Watford) sind "natürlich enttäuschend", wie er im Interview mit "The Athletic" berichtet. "Nicht involviert zu sein, die Spiele von zuhause aus zu schauen, da fühle ich mich hilflos."

Dass Emery sogar öffentlich erklärt hatte, andere Spieler hätten einen Einsatz "mehr verdient" gehabt als Özil, macht den mittlerweile 31-Jährigen nicht unruhig, schließlich ist er nicht ohne Grund einer von fünf Kapitänen im Team. "Ich schiebe zum ersten Mal in meiner Karriere nach jedem Training Extra-Schichten, um bereit zu sein. Ich weiß, was es braucht, und glaube an mich. Ich werde spielen."

"Das ist kein Grund wegzurennen - und das mache ich auch nicht"

Und selbst wenn nicht, ist ein vorzeitiger Abschied keine Option. "Ich habe einen Vertrag bis zum Sommer 2021 und so lange bleibe ich auch. Jeder macht mal schwierige Zeiten durch, so wie ich gerade, aber das ist kein Grund wegzurennen - und das mache ich auch nicht. Ich bleibe hier."

Seit seiner Vertragsverlängerung im Frühjahr 2018 ist Özil mit einem wöchentlichen Einkommen von rund 400.000 Euro der Topverdiener bei Arsenal. Dass er sich auf diesem Salär ausruhen würde, so wie es böse Zungen (und vor allem etliche Ex-Arsenal-Profis) behaupten, "ist totaler Müll. Wenn das wahr wäre, warum habe ich dann so hart in der Vorbereitung gearbeitet? Warum bin ich dann nach der WM 2018 vorzeitig aus dem Urlaub zurückgekehrt? Das habe ich für meinen neuen Trainer und den Verein getan. Vielleicht mögen es viele Leute ja einfach nicht, dass ich einen guten Vertrag habe? Ich weiß es nicht."

Özil wehrt sich gegen die Kritik: "Das bin halt ich"

Den Vorwurf, permanent in "großen Spielen" abzutauchen, ist Özil auch heute noch nicht losgeworden. Im Moment darf er sie ja gar nicht erst bestreiten. Und wenn doch, "ist es immer mein Fehler, wenn wir in diesen Spielen nicht gut aussehen. Ich weiß, dass von mir mehr erwartet wird; dass ich das Spiel diktiere und den Unterschied mache - das mache ich ja auch -, aber es ist nicht so einfach." Manchmal sei der Gegner eben auch einfach besser.

Özil wehrt sich gegen die Dauer-Kritik an seiner Körperhaltung, wenn es mal wieder nicht so gut läuft. "Das bin halt ich", sagt er. "Seit ich angefangen habe Fußball zu spielen, bin ich so, das wird sich nicht ändern."

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mkr

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