10. Spieltag: VfB unterliegt Kiel - Bochum und Hannover zuhause weiter sieglos

Ein tolles Spitzenspiel in Bielefeld - und ein 4:3-Drama in Aue

Sonny Kittel

Zu früh gefreut: Der Hamburger SV um Sonny Kittel kam beim Spitzenspiel in Bielefeld trotz Führung nur zu einem 1:1. imago images

Tore, Chancen, Lattenkracher - und ein Foul?

Am Montagabend zum Abschluss der 10. Runde bat der Dritte Arminia Bielefeld den Spitzenreiter Hamburger SV auf die heimische Alm - und verdiente sich in einer spannenden und mit Chancen auf beiden Seiten vollgepackten Partie ein 1:1. Dabei traf zunächst HSV-Stürmer Hinterseer nach einem kapitalen Bock von Färöer-Nationalspieler Edmundsson zum 1:0 (15.), ehe kurz nach Wiederbeginn ein besonders in den zweiten 45 Minuten gefährlicher Gastgeber durch den nach Gelb-Rot wieder zurückgekehrten Kapitän Klos das 1:1 machte (50.). Ein Treffer mit Beigeschmack, schließlich hätte man bei der Entstehung auch auf Offensivfoul Voglsammer entscheiden können. Dass es letztlich beim Remis blieb, lag zudem an einer vergebenen Top-Chance von Klos sowie an einem Lattenkracher auf der anderen Seite von Dudziak.

2. Bundesliga - Scorer 2019/20
Ganvoula Silvere
11
Klos Fabian
11
Blum Danny
9
2. Bundesliga - 10. Spieltag
2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Hamburger SV
21
2
VfB Stuttgart
20
3
Arminia Bielefeld
19
2. Bundesliga - Torjäger 2019/20
Schäffler Manuel
8
Ganvoula Silvere
7
Hofmann Philipp
7

VfB kassiert zweite Heimniederlage in Serie

VfB-Coach Tim Walter änderte die Startelf am Sonntag gegen seinen Ex-Klub Holstein Kiel auf gleich sechs Positionen, Massimo kam zu seinem Startelfdebüt. Stuttgart machte ein gutes Spiel, kam kurz vor der Pause zu diversen Hochkarätern - blieb gegen tiefstehende Kieler aber ohne Torerfolg. Auch nach dem Seitenwechsel agierten die Schwaben zunächst klar tonangebend, dezimierten sich dann aber wenig clever selbst: Für langanhaltendes Trikotziehen ging der bereits Gelb-verwarnte Badstuber früher duschen (53.). Lee sorgte zwei Minuten später für die "Doppelbestrafung". Die Kieler Führung hielt bis zum Schlusspfiff und so kassierte der VfB die zweite Heimniederlage in Serie und verpasste es, die Tabellenführung zu übernehmen.

Turbulentes Spiel in Bochum - KSC erkämpft Remis

Was für ein Spiel in Bochum! In der ersten Hälfte gab es keine Verschnaufpausen, stattdessen fünf Tore, eine Ampelkarte sowie einen Elfmeter. Doch von vorne: Hofmann belohnte die Gäste aus Karlsruhe zunächst für eine starke Anfangsphase (8.), doch Decarli hatte postwendend die passende Antwort parat (10.). Danach wurde es turbulent: Fröde sah für ein gestrecktes Bein gegen Zoller Gelb, wollte dem Schiedsrichter vermitteln, dass es "Fuß auf Fuß" war - und sah dafür Gelb-Rot, weil Referee Nicolas Winter die Geste offenbar als höhnisches Klatschen interpretierte (17.). Eine bittere Szene, zumal der VAR nicht eingreifen durfte. In Unterzahl schüttelte sich der KSC und ging durch Choi überraschend erneut in Front (21.). Per Foulelfmeter egalisierte Blum aber wieder (29.); Gamboa schob nur zwei Minuten später zur ersten VfL-Führung ein. Nach der Pause ging es direkt mit einem Foulelfmeter für Karlsruhe weiter, den Riemann gegen Lorenz parierte (49.). Der KSC war weiterhin bemüht und belohnte sich spät mit dem Ausgleich: Der kurz zuvor eingewechselte Fink stellte auf 3:3, den Endstand. Bochum wartet somit weiter auf den ersten Heimsieg.

Hannover bleibt schlechteste Heimmannschaft

Auch Hannover bleibt nach dem 0:0 gegen Osnabrück zuhause ohne Sieg. Die Ausbeute der Roten in der HDI-Arena ist dürftig: Fünf Spiele, drei Punkte und ein Torverhältnis von 2:8 bedeuten nicht gerade ein Verwöhnprogramm für die eigenen Fans. Dabei hätte das Team von Mirko Slomka, für den es wieder ungemütlich wird, den Dreier im Niedersachsen-Derby durchaus verdient gehabt. Weydandt vergab die beste Gelegenheit, als er nur den Pfosten traf (24.).

Darmstadt beendet St. Paulis Erfolgsserie

Am Samstag fand der Höhenflug des FC St. Pauli ein Ende. Die Kiez-Kicker, die zuvor die letzten sechs Ligapartien nicht verloren hatten, unterlagen Darmstadt 98 mit 0:1. Zwar waren die Hamburger von Beginn an das aktivere Team, doch vor dem Tor der Lilien fehlte einfach die Durchschlagskraft. Die Hessen waren in Hälfte eins auf Torabsicherung bedacht, wurden im zweiten Durchgang aber mutiger und belohnten sich durch Palsson (80.). Während St. Pauli keinen Druck auf die vorderen Plätze ausüben konnte, machte Darmstadt durch den ersten Auswärtssieg einen Sprung ins Mittelfeld.

Müdes Remis zwischen Wiesbaden und Heidenheim

Vor der Länderspielpause befand sich der SV Wehen Wiesbaden im Aufwind, davon war in den ersten 45 Minuten gegen Heidenheim aber fast nichts zu sehen. Einziger Höhepunkt von Hälfte eins - und auch noch ein negativer - war der Zusammenprall zwischen Aigner und Titsch Rivero. Beide Spieler mussten anschließend mit blutenden Platzwunden ausgewechselt werden. Auch nach dem Seitenwechsel wurde es nur unwesentlich besser, so dass es letztendlich beim 0:0 blieb. Der SVWW blieb damit im dritten Spiel in Folge ohne Niederlage, der 1. FCH wartet seit drei Partien auf einen Dreier.

Regensburg legt gegen Sandhausen nach

Jahn Regensburg hat sich mit 1:0 gegen den SV Sandhausen durchgesetzt und überstand damit auch die dritte Ligapartie in Folge ohne Niederlage (2/1/0). Nach torloser erster Hälfte köpfte Grüttner in der 58. Minute zur Führung für den Jahn ein. Sandhausen hatte durch Bouhaddouz zweimal die Chancen auf den Ausgleich, doch in der 65. Minute war Meyer zur Stelle, 60 Sekunden später stand das Aluminium einem Treffer im Weg. Letztendlich blieb es beim knappen Sieg des Jahn, der dadurch in der Tabelle Boden gutmacht. Sandhausen wartet seit fünf Partien (0/2/3) auf einen Dreier und steckt im Mittelfeld fest.

Wilde Fahrt in Aue: Erzgebirge schlägt den dezimierten Club

Im Verfolgerduell am Freitag kämpfte Aue den am Ende dezimierten 1. FC Nürnberg in einem wahren Krimi mit 4:3 nieder. "Wir hier im Erzgebirge sind harte Malocher", hatte FCE-Präsident Helge Leonhardt den überraschend starken Saisonstart kommentiert, entsprechend zweikampfbetont agierten die Veilchen auch gegen den Club. Der hatte die besseren Chancen in Durchgang eins - und zweimal Aluminium-Pech. Frey brachte die Gäste dann verdient in Führung (51.), doch Aue kam durch ein Hochscheidt-Solo zurück ins Spiel: Sörensen klärte mit der Hand auf der Linie, sah Rot und Nazarov traf vom Punkt. Hochscheidt drehte in Überzahl das Spiel (75.), Geis antwortete für den FCN (78.). Es folgte eine wilde Schlussphase: Mihojevic brachte Aue wieder in Führung (86.), Geis glich nach Videobeweis per Elfmeter aus (90.+2). Noch nicht der Schlusspunkt, weil Krüger für die Heimelf auf 4:3 stellte (90.+4) und Frey in letzter Sekunde einen Strafstoß nicht im Erzgebirge Tor unterbrachte (90.+10).

Keita-Ruel beendet Fürths Krise und verstärkt Dresdens Not

Die SpVgg Greuther Fürth hat nach drei Niederlagen ohne eigenen Torerfolg gegen Dynamo Dresden wieder in die Spur gefunden, mit dem 2:0 die Gäste aber noch tiefer in die Krise geschossen. Trainer Stefan Leitl durfte sich nach sieben Minuten im zweiten Anlauf über das 1:0 durch Keita-Ruel freuen. Zunächst wurde auf Abseits entschieden, per Videobeweis durfte die SpVgg dann doch jubeln. Fürth legte durch Keita-Ruels fünften Saisontreffer (38.) nach, von den bemühten Gästen kam in der Offensive zu wenig - auch in den zweiten 45 Minuten. So durfte Fürth feiern, für Dresden indes ist die Lage nach der dritten Niederlage hintereinander und nur neun Zählern aus zehn Spielen angespannt.

kon