Ermittlungen gegen bulgarischen Verband und türkische Spieler

Nach rassistischen Vorfällen und Militärgruß: UEFA eröffnet Verfahren

Die UEFA leitete am Mittwoch Disziplinarverfahren ein. picture alliance

In Sofia hatte es am Dienstagabend rassistische Verunglimpfungen gegenüber englischen Spielern gegeben. Gemäß Artikel 14 der Rechtspflegeordnung der UEFA droht den Bulgaren als Wiederholungstäter ein "Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit und eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro". Jedes weitere Vergehen könnte im schlimmsten Fall zum Ausschluss aus dem Wettbewerb führen. Schon gegen England war nach früheren Vorfällen ein Teil der Ränge leergeblieben.

Bereits früher am Mittwoch war Boris Mihaylov auf Drängen der bulgarischen Regierung als Chef des bulgarischen Fußballverbandes zurückgetreten.

Auch Militärgruß zieht Verfahren nach sich

Im Fall des Militärgrußes von mehreren türkischen Spielern leitete der europäische Fußball-Dachverband ebenfalls am Mittwoch eine Untersuchung gegen die entsprechenden Spieler ein. Das UEFA-Regelwerk verbietet politische Äußerungen in Stadien.

FIFA schaltet sich im Rassismus-Eklat ein - Infantino fordert lebenslange Stadionverbote

Am Abend schaltete sich dann auch die FIFA ein. Mit Blick auf die Ereignisse in Bulgarien teilte der Weltverband mit, dass man davon ausgehe, über alle relevanten Entscheidungen der UEFA "in diesem speziellen Fall" informiert zu werden. "Das würde auch die Ausweitung von Sanktionen weltweit ermöglichen."

FIFA-Präsident Gianni Infantino sprach von einer "abscheulichen Krankheit, die in manchen Teilen der Welt nur noch schlimmer würde" und erklärte: "Wir sagen so oft, dass es im Fußball keinen Platz gibt für Rassismus, aber dennoch sehen wir uns diesem Problem noch immer ausgesetzt in unserem Sport so wie auch in der Gesellschaft." Der Schweizer forderte auch härtere Strafen für Übeltäter. Als erste Maßnahme schlug er vor, dass alle Wettkampforganisatoren Regeln in Kraft setzen sollten, um lebenslange Stadionverbote für Personen aussprechen zu können, die wegen rassistischen Verhaltens bei einem Fußballspiel für schuldig befunden würden. "Die FIFA kann solche Verbannungen dann weltweit aussprechen", so Infantino.

jom