Die Münchner können auch etwas Positives aus der Posse ziehen

Trotz Bayern-Veto: Hernandez spielt durch

Musste was einstecken: Bayerns französischer Nationalspieler Lucas Hernandez.

Musste was einstecken: Bayerns französischer Nationalspieler Lucas Hernandez. picture alliance

"Ich trage die Verantwortung für die Gesundheit von Lucas Hernandez und ich sage: Er kann bei den anstehenden Partien der französischen Nationalmannschaft nicht spielen, von daher macht auch eine Abstellung keinen Sinn." Das waren die Worte von Bayerns Vereinsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in der vergangenen Woche. Nachdem der 80-Millionen-Neuzugang von Atletico Madrid noch im Frühjahr am rechten Knie operiert werden musste, fiel er zuletzt in zwei Vereinsspielen wegen einer Knieprellung an jenem Gelenk aus.

Deschamps gab an, kein Risiko eingehen zu wollen

Der Verein warb offen für eine Freistellung des gelernten Innenverteidigers zur weiteren Genesung, doch der französische Verband nominierte den Weltmeister von 2018 trotzdem. Nationaltrainer Didier Deschamps bestand darauf. Zu wichtig sei der bei ihm als Linksverteidiger eingesetzte Hernandez. Ein Risiko - so sagte er - würde er trotzdem nicht eingehen wollen.

Und Hernandez spielte. Von Anfang an und bis zur letzten Sekunde. Zwar nicht in der ersten Partie gegen Island, aber am Montag im aufsehenerregenden Spiel gegen die Türkei, das letztlich 1:1 endete. Auch wenn der Einsatz des 23-Jährigen den Münchnern aufgrund der vorausgegangenen Meinungsverschiedenheit nicht schmecken könnte, so dürfte der Rekordmeister auch etwas Positives aus ihm ziehen: Hernandez scheint wieder voll belastbar zu sein.

Nach gerade einmal 57 Sekunden musste der fünfmalige Bundesligaspieler ein übles Foul des türkischen Kapitäns Burak einstecken, er krümmte sich zunächst auf dem Rasen, doch spielte anschließend offenbar ohne Probleme weiter. Kurz vor der Pause stieg Hernandez selbst hart in einen Zweikampf ein und wurde von Schiedsrichter Felix Brych ermahnt. Gleich nach Wiederanpfiff ereignete sich eine ähnliche Situation - diesmal gab es Gelb. Von Zweikampfscheue war beim Franzosen keine Spur.

Kein Kommentar von den Bayern

Und der FC Bayern? Der ließ die Geschichte bislang unkommentiert, obwohl sich Müller-Wohlfahrt, Niko Kovac und Karl-Heinz Rummenigge im Vorfeld zur Causa geäußert hatten. In einer kurzen Meldung verkündete der Verein auf der Website lediglich, dass in Hernandez, Benjamin Pavard, Corentin Tolisso und Kingsley Coman alle vier Bayern-Akteure zum Einsatz gekommen seien.

mxb