"Fair Play wichtiger als Medaillenerfolge"

DOSB über das Oregon Project: "Weiterer Tiefschlag für den Weltsport"

Alfons Hörmann

Äußerte harsche Kritik am Nike-Oregon-Project: Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. imago images

Der DOSB hält das Nike Oregon Project für ein "eindrucksvolles Beispiel, wie groß die Gefahren von ausschließlich kommerziell ausgerichteten Projekten" seien. "Wenn die Entwicklung von Athletinnen und Athleten nicht mehr vorrangig von Verbänden gesteuert wird, gehen die entscheidenden Einflussmöglichkeiten verloren, und der organisierte Sport kann seiner Verantwortung nur noch sehr eingeschränkt nachkommen", sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, am Montag laut einer Mitteilung. "Der DOSB stehe aktiv für die Werte des gemeinnützigen, nicht vorrangig kommerziell getriebenen Sports ein."

Nach dem russischen Staatsdoping stelle die jetzige Nike-Geschichte "einen weiteren Tiefschlag für den Weltsport" dar. "So kann und wird weltweite Chancengleichheit nicht gelingen", meinte Hörmann. "Es bleibt zu hoffen, dass die WADA nun in aller Konsequenz agiert und den gesamten Projektzeitraum mit allen Trainern und Athleten analysiert." Das werde gegebenenfalls weitere hochinteressante Erkenntnisse und vielleicht auch erneut die Korrektur von Ergebnislisten nach sich ziehen. "Dennoch werden wir beim DOSB an unserer Null-Toleranz-Politik festhalten und für unser TEAM D sehr konsequent Fair Play wichtiger als Medaillenerfolge gewichten", sagte er. "Kurzum: Wir wollen den Erfolg, aber nicht um jeden Preis!"

Nach der verhängten vierjährigen Sperre für Alberto Salazar, dem Chefcoach des Oregon Projects, hatte der Sportartikelherstellers Nike das Ende des Trainingszentrums in Portland angekündigt. Seit Herbst 2018 trainierte dort die deutsche Läuferin Konstanze Klosterhalfen, die bei der WM in Doha Dritte über 5000 Meter geworden war.

dpa