Ein Stimmungsbild vor der neuen Saison

Wieso die NBA so unterhaltsam wird wie lange nicht

Kawhi Leonard und die Los Angeles Clippers sind bereit

Eine neue Zeitrechnung: Kawhi Leonard und die Los Angeles Clippers sind bereit. Getty Images

Wie gut, dass es nicht so gekommen ist. Wie gut, dass Kawhi Leonard keine Lust hatte auf Glitzer und Glamour; darauf, einer von dreien zu sein. Wie gut, dass er sich für die Clippers entschied und nicht für die Lakers. Und wie gut, dass er Paul George mitgebracht hat. So gut, dass nun die spannendste NBA-Saison seit langer Zeit bevorsteht.

Selten waren die Kräfte in der besten Basketball-Liga der Welt so verteilt wie in diesem Jahr. Leonard und George bei den Clippers, LeBron James und Anthony Davis bei den Lakers, Ben Simmons und Joel Embiid in Philadelphia, (bald) Kevin Durant und Kyrie Irving in Brooklyn, Giannis Antetokounmpo in Milwaukee.

An James Harden und Russell Westbrook in Houston muss man sich zwar noch gewöhnen (wohl erst recht die beiden selbst), aber der Punkt bleibt der gleiche: Wer ist der Favorit auf die Meisterschaft? Es gibt kein Superteam mehr, es gibt jetzt mehrere.

Die Golden State Warriors haben Kevin Durant und vorübergehend Klay Thompson verloren, zurück bleiben Stephen Curry und Draymond Green. Die dominanteste Mannschaft der jüngeren Vergangenheit ist plötzlich nicht mal mehr sicher in den Play-offs (obwohl, dann irgendwie doch). Vielleicht schmeißt Curry die Party jetzt alleine?

Bei den Buchmachern in Las Vegas sind die Meisterschafts-Quoten der Clippers und der Lakers die niedrigsten, danach kommen Milwaukee, Philadelphia und Houston. Und dann Utah. Utah! Die Jazz haben Donovan Mitchell mit Mike Conley einen fähigen Partner in den Backcourt gestellt, jetzt kommt zur beängstigendsten Defensive (Stichwort Rudy Gobert) auch noch eine explosive Offensive. Warum also nicht Utah? Und warum nicht Denver?

Anthony Davis und LeBron James

Spaß vor der Saison - und danach? Anthony Davis und LeBron James. Getty Images

Und was ist mit Boston? Der selbst erklärte Underdog war keiner, als er einer sein wollte (2017) und einer, als er es nicht sein wollte (2018). Jetzt sind Kyrie Irving und Al Horford nicht mehr da, und die Celtics um Neuzugang Kemba Walker wieder der Außenseiter, mit dem keiner rechnet. Wer weiß?

Und zu Horford: Der gefühlt einzige Spieler, der Joel Embiid in den vergangenen beiden Spielzeiten konstant an den Rand des Wahnsinns getrieben hat, ist jetzt Teamkollege von Joel Embiid. Die Sixers sind fast schon zu groß für ein NBA-Parkett, ein richtiger Shooter fehlt (J.J. Redick!), aber wer weiß? Und wie schlagen sich Luka Doncic und Kristaps Porzingis in Dallas? Ist Zion Williamson das angekündigte Erdbeben?

Die 82-Spiele-dauerende Regular Season wird etwas Geduld verlangen. Wahrscheinlich wird sich Kawhi Leonard wieder seine Pausen nehmen, LeBron James mit nun 35 Jahren auch. Aber es geht ja auch nicht darum, wer nach 82 Spielen oben steht, sondern wer es im Juni tut. Und das wird, Pep Guardiola in Ehren, super, super spannend!

mkr

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