DFB-Direktor im Interview mit dem kicker (Montagsausgabe)

Zwei- oder dreigleisige 3. Liga? Bierhoffs Gedankenspiele

Oliver Bierhoff

Überprüfung "in kürzeren Abständen": Oliver Bierhoff. imago images

Ein Ansatz sei dabei laut Bierhoff die dritthöchste Spielklasse. "Würde es helfen, sie in Zukunft wieder zweigleisig laufen zu lassen, oder sogar dreigleisig?", fragte er. "Das könnte eine Möglichkeit sein, jüngeren Spielern mehr Spielmöglichkeiten zu geben. Aktuell fehlt die Auswahl an jungen deutschen Spielern, wie es zum Beispiel vor zehn Jahren der Fall war."

Bei den Bewertungskriterien der Nachwuchsspieler solle nicht mehr Selektion, sondern vielseitige Entwicklung im Vordergrund stehen. "Dass wir es schaffen, eine Siegermentalität zu entwickeln, ohne dass wir von klein auf nur auf Ergebnisse schielen." Der deutsche Fußball habe im Jahr 2000 mit dem Aufbau der Leistungszentren und dem Talentförderprogramm "unglaublich wichtige Maßnahmen getroffen. Aber der Fehler war, dass wir danach nicht mehr justiert haben. Wir müssen in kürzeren Abständen überprüfen, ob das, was wir machen, noch sinnvoll ist und den Ansprüchen entspricht. Gelingt uns das, müssen unsere Klubs 2030 nicht mehr ins Ausland schauen. Dann wird der Pool an Talenten groß genug sein. Und wir sind wieder an der Weltspitze."

Die eingleisige 3. Liga existiert seit der Saison 2008/09. Zuvor war in einer zweigleisigen Regionalliga (damals noch die dritthöchste Spielklasse) in Nord- und Südstaffel (2000 bis 2008) gespielt worden. Ende September hatte der DFB-Bundestag erst die neue Aufstiegsregelungen für die Regionalligen beschlossen. Dabei wurde unter anderem auch festgelegt, dass in der 3. Liga weiterhin vier Vereine absteigen werden. Bis zur Saison 2017/18 mussten nur drei Teams den Gang in die Regionalliga antreten.

Was noch alles hinter dem "Projekt Zukunft" steckt und warum Bierhoff darin ein "Mammutprojekt" sieht, erfahren Sie im ausführlichen Interview mit dem DFB-Direktor in der kicker-Montagsausgabe.

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