Österreich steht kurz vor EM-Teilnahme, trotzdem herrscht Unmut

Windtner: "Das günstigste Ticket kostet 32 Euro - wie ein Kinobesuch"

Unzufrieden: Österreichs Anhänger sind mit den Ticketpreisen nicht einverstanden.

Unzufrieden: Österreichs Anhänger sind mit den Ticketpreisen nicht einverstanden. imago images

Souverän. Das war die Leistung der Österreicher im Qualifikationsspiel in Slowenien. Durch einen präzisen Kopfballtreffer von Hoffenheims Stefan Posch gewann die Alpennation knapp mit 1:0 und benötigt aus den verbliebenen zwei Spielen gegen Nordmazedonien und Lettland mit großer Wahrscheinlichkeit nur noch einen Punkt, um das EM-Ticket endgültig zu buchen. "Wir sind noch nicht durch", wird Nationaltrainer Franco Foda in der "Krone" zitiert. "Aber klar: Wir haben es jetzt in unserer Hand, wollen uns die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen und jetzt gleich im nächsten Spiel daheim gegen Nordmazedonien den Sack zumachen."

Posch: "Ein geiles Gefühl"

Bei den Österreichern, die erstmals seit zehn Jahren (10. Oktober 2009 beim 2:1 gegen Litauen) ein Pflichtspiel ohne David Alaba und Marko Arnautovic absolvierten, sprang der als Rechtsverteidiger aufgebotene Posch in die Bresche. "Man merkt, dass Stefan auf dieser Position schon oft gespielt und sich weiterentwickelt hat", lobte Foda den gelernten Innenverteidiger. Der fasste seine Gemütslage beim "ORF" schlicht als "überragend, ein geiles Gefühl" zusammen.

Posch, der im Vorjahr mit der U 21 Österreichs an der EM teilnahm, ist sich der Qualifikation bereits sicher und freut sich auf das voraussichtlich bevorstehende Turnier: "Das war schon ein tolles Erlebnis. Ich glaube, dass es mit dem A-Team aber noch einmal eine andere Nummer sein wird." Dafür würde im kommenden Spiel am 16. November gegen Nordmazedonien bereits ein Punkt reichen, um im Worst Case den direkten Vergleich gegen den Verfolger für sich zu entscheiden.

Fans protestieren gegen Ticket-Preise

"Vor eigenem Publikum ist es doch am schönsten", freute sich Foda deswegen auf die Partie im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Doch diese Ansicht teilen derzeit nicht viele Österreicher. Am vergangenen Donnerstag fanden bei der Partie gegen Israel lediglich 26.200 Fans den Weg ins fast doppelt so viel fassende Nationalstadion (Kapazität: 50.865). Die anwesenden Zuschauer protestierten mit einer Choreographie: "Die aktuellen Preise sind für viele ein Hohn, leere Ränge trotz guter Leistung und möglicher Qualifikation."

Ein Erwachsenen-Ticket auf der Längsseite kostete 66 Euro. Zu viel, wie Ex-Nationalspieler Marc Janko im "Sky"-Podcast "Audiobeweis" befand: "Wenn ich mir die aktuellen Kartenpreise im Happel-Stadion anschaue, dann müssten sie schon ein schönes Buffet aufgebaut haben im Hintergrund, dass das gerechtfertigt wird."

ÖFB-Präsident zeigt kein Verständnis

Kritik, die bei Leopold Windtner, ÖFB-Präsident, für Unverständnis sorgte. Für ihn seien die Preise nicht zu teuer, "vor allem dann nicht, wenn man den Vergleich mit den Ticketpreisen auf Europacup-Ebene heranzieht." Der Fan lege bei jedem anderen Klub für ein Ticket in der besten Kategorie mindestens genauso viel Geld auf den Tisch. Um seine Aussage zu bekräftigen, nutzt Windtner einen etwas realitätsfernen Vergleich: "Das günstigste Ticket von 32 Euro ist durchaus vergleichbar mit einem Kinobesuch."

Veränderungen stellt der 69-Jährige nicht in Aussicht: "Ein Schnellschuss bringt überhaupt nichts, aber man wird seriös analysieren müssen, warum wir nicht denselben Zuschauerzulauf haben, wie wir ihn gewohnt sind."

mxb