NFL, Week 6: Arizona schlägt Atlanta

Auch Darnold schlägt Dallas - San Francisco weiter im Rausch

Sam Darnold

Gab ein beeindruckendes Comeback: Jets-Quarterback Sam Darnold. Getty Images

New York Jets - Dallas Cowboys 24:22

Über einen Monat hatten die New York Jets wegen Pfeifferschen Drüsenfiebers auf Quarterback Sam Darnold verzichten müssen, gegen Dallas gab der 22-Jährige sein Comeback und trat auf, als wäre er nie weggewesen. Von Beginn an strahlte Darnold Souveränität aus und verlieh seinem gebeutelten Team, das mit (nur ein Spiel) und ohne ihn kein Spiel gewonnen hatte, den nötigen Auftrieb, um einem eigentlich deutlich besser besetzten Gegner Paroli zu bieten.

Die Cowboys selbst wirkten angeschlagen nach zwei Niederlagen in Folge, offensiv ging in Hälfte eins bis auf zwei Field Goals von Brett Maher (eins davon aus 62 Yards, Saisonbestwert!) nichts. Darnold stattdessen servierte nach dem Rushing-Touchdown von Le'Veon Bell einen 92-Yard-Catch-and-Run auf Receiver Robby Anderson. Im nächsten Drive legte Darnold einen Fünf-Yard-TD-Pass auf Tight End Ryan Griffin nach und beendete das Spiel später mit 338 Yards, zwei Touchdowns und einer Interception im dritten Viertel.

Die Cowboys kamen zwar nochmal zurück und verkürzten durch einen Rushing-Touchdown von Quarterback Dak Prescott (277 Yds) auf zwei Zähler, doch die versuchte Two-Point-Conversion misslang, sodass die Jets die Uhr runterlaufen ließen und bei Darnols Rückkehr den ersten Saisonsieg bejubeln durften (1:4). Dallas teilt sich den ersten Platz in der NFC East trotz der dritten Niederlage am Stück mit den Philadelphia Eagles (beide 3:3).

Los Angeles Rams - San Francisco 49ers 7:20

Spätestens jetzt nimmt niemand mehr die San Francisco 49ers auf die leichte Schulter. Auf das Ausrufezeichen am vergangenen Montagabend gegen Cleveland folgte am Sonntag das nächste in Los Angeles. Die Rams erwischten durch einen Touchdown von Robert Woods im ersten Drive den perfekten Start, brachten danach im ganzen Spiel aber keinen einzigen Punkt mehr zustande. Stattdessen antwortete San Francisco im Gegenzug durch einen Zwei-Yard-Rushing-Touchdown von Tevin Coleman.

Niners-Quarterback Jimmy Garoppolo leistete sich wenig später nach einem ansehnlichen Drive zwar eine unnötige Interception, agierte ansonsten aber extrem abgezockt im Memorial Coliseum, das fast zur Hälfte mit 49ers-Fans besetzt war. San Francisco nutzte ein Fumble der Gastgeber nach der Halbzeit und erhöhte durch einen Quarterback-Sneak von Garoppolo erst auf 14:7, später durch zwei Field Goals von Robbie Gould auf 20:7.

Jimmy Garoppolo

Beste Laune: Quarterback Jimmy Garoppolo und seine San Francisco 49ers stehen schon bei 5:0 Siegen. imago images

Von den Rams und Mastermind-Head-Coach Sean McVay kam insgesamt zu wenig gegen einen cleveren Kontrahenten; insgesamt viermal verspielte der amtierende Division-Sieger einen vierten Versuch und kassierte so bereits die dritte Saisonpleite (3:3). Die 49ers bleiben weiter ungeschlagen (5:0) und führen die NFC West vor den Seattle Seahawks an (5:1).

Arizona Cardinals - Atlanta Falcons 34:33

Die Arizona Cardinals mit Rookie-Head-Coach Kliff Kingsbury und Rookie-Quarterback Kyler Murray scheinen langsam Fahrt aufzunehmen. Gegen die Atlanta Falcons holte das schlechteste Team des Vorjahres den zweiten Sieg am Stück und begeisterte vor allem wieder mit der Offensive. Murray, nur 1,78 Meter groß, zeigte seine womöglich abgeklärteste Saisonleistung mit 340 Passing Yards und drei Touchdown-Pässen.

Auf der Gegenseite spielte sein Pendant Matt Ryan noch besser (356 Yds, 4 TD), dessen Kicker Matt Bryant vergab beim Stand von 33:34 allerdings den Extrapunkt zum möglichen Ausgleich und der entsprechenden Overtime. So kassierten die Falcons, gemeinsam mit den Chargers (17:24 gegen die Pittsburgh Steelers und ihren Entenruf-Champion-Quarterback) wohl das enttäuschendste Team der Saison, die fünfte Pleite. Atlanta kann jegliche Play-off-Hoffnungen im Grunde jetzt schon begraben.

mkr

"Mini-Mann" Mahomes und neue Niners: 11 Geschichten zu Week 5