Das Fazit des Bundestrainers nach dem Arbeitssieg

Löw: "Da kann man nicht Gelb geben"

Joachim Löw

Mit drei Punkten im Gepäck zurück nach Deutschland: Bundestrainer Joachim Löw. picture alliance

"Wir spielen seit der 14. Minute in Unterzahl", gab Neuer am "RTL"-Mikrofon eine Erklärung für das schwache Auftreten in der ersten Hälfte ab. "Mit dem Anlaufen ist es dann schwierig, weil wir ein Mann weniger sind", fand der Keeper die ersten 45 Minuten aber "nicht blamabel". Schließlich sei die von Löw im Vorfeld geforderte "Seriosität drin gewesen". Allerdings hätten Neuer & Co. nach dem Platzverweis ("Es ist nicht normal, da passiert was im Kopf") "unsere Zeit gebraucht", um sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen.

Das sollte bis in die zweite Hälfte hinein dauern. Letztlich sei es aber, so der Bayern-Keeper, "eine Frage der Zeit" gewesen. Estland, wahlweise mit defensiver Vierer- bis Sechserkette unterwegs, betrieb eine aufwändige Abwehrschlacht inklusive regelmäßiger Nadelstiche in Richtung deutsches Tor. "Sie mussten mehr laufen", so Neuer. "Wir haben sie über die Fitness bekommen."

So, wie sich die Situation darstellt, kann man da nicht Gelb geben.

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In dieselbe Kerbe schlug auch Löw. Der 59-Jährige war "zunächst einmal froh" über den Sieg. Es "war ein schweres Stück Arbeit, keine Frage", hatte auch er den deutlich ausbaufähigen ersten Durchgang kritisch wahrgenommen. Mit der historischen Roten Karte, immerhin war in der DFB-Länderspielhistorie kein Nationalspieler früher als Emre Can vom Platz geflogen (14.), ging Löw d'accord. "Es war eine Rote Karte", stellte er die Entscheidung nicht infrage. "So, wie sich die Situation darstellt, kann man da nicht Gelb geben."

Viel wichtiger sei es dann gewesen, durch den Doppelschlag kurz nach der Pause - Ilkay Gündogan traf zweimal per abgefälschtem Schuss - "dem Gegner die Moral" zu nehmen und am Ende als Sieger vom Feld zu gehen. Schließlich habe sein Team "drei Treffer erzielt, kein Tor kassiert und drei Punkte eingefahren", legte er eine gehörige Portion Pragmatismus an den Tag. Gegen den 102. der Welt. Job erledigt.

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